Hirschberg orientiert nach Bad Lobenstein

Hirschberg  Standesamt ab 1.1. wohl in der Kurstadt

Ohne Gegenstimme passierte zur jüngsten Sitzung der Beschluss zur Kündigung einer Zweckvereinbarung zwischen Gefell und Hirschberg letzteren Stadtrat, welche seit 2011 die Übernahme des Standesamtes der Saalestadt durch das benachbarte Gefell regelte.

Wirksam werden soll das fristgemäß zum 31. Dezember 2019. Bürgermeister Rüdiger Wohl wurde an diesem Abend beauftragt, mit der Stadt Bad Lobenstein eine Zweckvereinbarung zur Übernahme des Standesamtes Hirschberg ab dem 1. Januar 2020 zu erarbeiten und dem Stadtrat dann zur Beschlussfassung vorzulegen.

Trauzimmer weiter für Hochzeiten genutzt

Hirschberg hat bereits seit dem 1. November 2011 kein eigenes Standesamt mehr. Im Rathaus gibt es aber noch das Trauzimmer, wo – nach Informationen des Bürgermeisters – seither aber trotzdem Hochzeiten stattgefunden haben.

Hintergrund: Wie zu erfahren war, hatten zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Ende Januar Ratsmitglieder Beschwerden von Bürgern zur Arbeits- und Umgangsweise des Standesamtes Gefell vorgetragen. Kritik gab es auch von Mitarbeitern im Rathaus bezüglich ergehender Verwaltungsakte. Damals entschloss man sich zu prüfen, inwieweit andere Standesämter diese Aufgaben mit übernehmen könnten. Ein derartiges Angebot von Bad Lobenstein aus früheren Zeiten gab es bereits.

Rüdiger Wohl fragte daraufhin in der Kurstadt nach und konnte dem Stadtrat bestätigen, dass es dort nach wie vor die Bereitschaft zur Übernahme gibt. Auch das mit dem 1. Januar 2020 als Termin würde passen. „Die Kosten der Aufgaben des Standesamtes werden sich für die Stadt Hirschberg deswegen nicht erhöhen“, auch diese Anmerkung des Bürgermeisters dürfte wichtig sein.

Ein weiteres grundlegendes Problem der „standesamtlichen Verbindung“ mit Gefell war zudem die nicht ordnungsgemäße Besetzung dieses Amtes dort. Wie im Hirschberger Stadtrat informiert wurde, gibt es in der Nachbarstadt wohl bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Vertretung des Standesbeamten mit der entsprechenden Qualifikation.

Die Rechtsaufsicht des Landkreises Saale-Orla hatte in dieser Angelegenheit ebenfalls bereits interveniert und Hirschberg empfohlen, sich anderweitig zu orientieren.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.