Hitze- und Dürreperioden in Bad Lobensteiner Region des Öfteren

Bad Lobenstein  Nur zwei Kubikmeter Wasser in der Sekunde fließen momentan am Pegel der Saale in Blankenstein – weit unter dem jährlichen Durchschnitt. Dieser wird von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena mit 11,8 Kubikmeter je Sekunde angegeben.

Heißes Festival: voller Strand bei SonneMondSterne am vergangenen Wochenende. Foto: Peter Hagen

Heißes Festival: voller Strand bei SonneMondSterne am vergangenen Wochenende. Foto: Peter Hagen

Foto: zgt

Dürreperioden, wie derzeit, gab es schon immer. So zum Beispiel 1904. Viele Teiche trockneten aus und Fische starben. Auch im Jahr 1893, als wegen Sauerstoffmangel viele Fische in der Saale verendeten. Bereits im Juni jenen Jahres herrschte große Hitze. In Schmiedebach versiegten viele Brunnen und Quellen. Weil Futter fehlte, verkauften die Bauern ihr Vieh auf den Märkten zu Schleuderpreisen.

Chronisten zeichneten im Jahr 1681 auf, dass wegen einer Dürre erheblicher Wassermangel herrschte und es bei Feldfrüchten eine Missernte gab.

Sehr warm war auch der Juni 1917. Die außergewöhnliche Witterung verursachte viele Schäden in der Natur und auf den Feldern. Im Nachkriegsjahr 1947 fiel wegen einer Dürre die Ernte schlecht aus. Einen Hitzerekord für Lobenstein verzeichneten die Meteorologen am 7. Juli 1957 mit 36,3 Grad, 34 Grad waren es am 3. August 1971 und 32,7 Grad am 21. Juni 2003. Vielen ist der Hitzesommer 2003 noch in Erinnerung. In der damaligen Kreisstadt wurden 21 Tage mit Temperaturen über 30 Grad registriert. 1994 waren es 15 und jeweils sieben Tage in den Jahren 1971 und 1998. Die heißesten Pfingsten seit langem gab es 2014.

Große Hitze und Trockenheit herrschte 1976. Um die Wasserversorgung für Lobenstein zu ­garantieren, wurde von einem Brunnen bei Titschendorf eine Leitung in den Langwassergrund bei Neundorf verlegt. Von dort wird schon mehrere Jahrzehnte das wertvolle Gut Wasser nach Bad Lobenstein gepumpt. In jenem Jahr sank der Wasserspiegel des Bleilochstausees so stark, dass man die Überreste der alten Brücke über die Saale in Saaldorf sehen konnte. Die Wasserqualität verschlechterte sich damals rapide. Es wurden Tiefenwasserbelüftungsanlagen installiert, um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern. Der ausbleibende Regen bereitete 1976 auch der Landwirtschaft große Sorgen, denn die Erträge fielen geringer aus.

Der Sommer 2015 wartet mit einigen Rekorden auf. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, kletterte am 5. Juli die Temperatur in Kitzingen auf 40,3 Grad. So hoch wie noch nie zuvor in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Messungen im Jahr 1981. Die Durchschnittstemperatur lag im Juli in Thüringen bei 19,6 Grad (16,4 Grad im langjährigen Mittel). Die Sonne schien 250 Stunden (205 ist langjähriges Mittel).

Die Landesanstalt für Umwelt und Geologie hat an der Saale seit Jahren mehrere Pegel installiert. Permanent werden die Daten nach Jena übertragen. 2013 begannen Ende Mai nach Dauerregen die Wasserstände vieler Flüsse zu steigen. Am 30. Mai gegen 14 Uhr erreichte in Blankenstein der Wasserstand 137 Zentimeter. 24 Stunden später waren es bereits 206 und am 1. Juni zur gleichen Zeit 235 Zentimeter. Da rauschten an der Messstelle in einer Sekunde 98,5 Kubikmeter Wasser vorbei. Der Bleilochstausee, gebaut vor allem für den Hochwasserschutz, schluckte und schluckte. Bis zum 3. Juni. Gegen 20 Uhr lief nach langer Zeit erstmals wieder Wasser über die Klappen der Hochwasserentlastungs­anlage. Ein seltenes Ereignis, das viele Zuschauer anlockte und bis zum 6. Juni andauerte.

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