Hochstedt: Ein Dorf spielt Theater. Alle Darsteller sind Einheimische

Hochstedt.  Die neue Freilichtbühne in Hochstedt soll im Juli 2021 mit der Uraufführung eines Theaterstücks eröffnet werden. Die Proben haben jetzt begonnen.

In Hochstedt wird eine multifunktionale Freilichtbühne an der alten Schmiede gebaut. Projektleiterin Doreen Scheibe und Ortsteilbürgermeister Steffen Scheibe freuen sich schon auf die Eröffnung im nächsten Jahr.

In Hochstedt wird eine multifunktionale Freilichtbühne an der alten Schmiede gebaut. Projektleiterin Doreen Scheibe und Ortsteilbürgermeister Steffen Scheibe freuen sich schon auf die Eröffnung im nächsten Jahr.

Foto: Jens Feuerriegel

In 262 Tagen ist es so weit. Dann will Hochstedt seine neue Freilichtbühne einweihen. Zum Start planen die Dorfbewohner Großes. Sie wollen ein Theaterstück aufführen. Die Darsteller sind keine Profis. Nur Hochstedter Laien treten auf. Die Proben haben jetzt begonnen.

Die Südharzer dürfen sich auf eine Uraufführung freuen. Der Theatertext stammt von Sophie Rintelmann. Die Autorin ist hauptberuflich Theaterpädagogin in Nordhausen. Mittwochs begegnet man ihr neuerdings in Hochstedt. Als Regisseurin studiert sie dort mit den eifrigen Amateuren das Stück ein.

Ein Mantel des Schweigens liegt über dem Bühnenwerk. „Wir wollen die Handlung noch nicht verraten“, erklärt Doreen Scheibe, Projektleiterin der neuen Kulturstätte. Nur so viel: Es ist eine frei erfundene Geschichte, in deren Mittelpunkt zwei verfeindete Dörfer stehen. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen oder Situationen seien rein zufällig, versichern die Mitwirkenden.

Es gehe auch um den Stadt-Land-Konflikt, ergänzt Sophie Rintelmann. Die lebhaften Proben bereiten der 36-Jährigen schon jetzt viel Vergnügen. Die Arbeit mit der örtlichen Laientheatergruppe sei ebenso witzig wie punktuell auch anstrengend. Unterm Strich habe bei allen Beteiligten die Freude am Schauspiel ein klares Übergewicht. Diese Proben seien zudem „eine wunderschöne Gelegenheit, sich nach der langen Corona-Pause zu begegnen“, betont die Theaterpädagogin. Selbstverständlich achten dabei alle auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln.

Interessant sei auch die Altersspanne der Mitwirkenden – vom Kind bis zum Rentner. Die Dramaturgin hofft, mit ihrem Stück ein genauso breit gefächertes Publikum ansprechen zu können. Und nicht nur zweibeinige Darsteller spielen mit. Auch die neunjährige Labrador-Hündin Kira hat ihren Auftritt.

Neben dem Jungen Theater ist ein zweiter Kooperationspartner schon sehr emsig in Hochstedt – die Nordhäuser Jugendkunstschule. Die bevorstehenden Herbstferien sind der ideale Zeitpunkt fürs gemeinsame Töpfern. Insekten-Figuren sollen entstehen. Die kleinen Kunstwerke schmücken künftig die Außenwand des Gerätehauses an der Freilichtbühne.

Trotz Corona blicken die Hochstedter zufrieden auf die bisherigen Baufortschritte. „Es sieht gut aus. Läuft es auch weiterhin so, dann können wir unseren Eröffnungstermin am ersten Juli-Wochenende 2021 halten“, meint Ortsbürgermeister Steffen Scheibe (parteilos). Dankbar ist er für die vielfältige Unterstützung des Projektes. So sponsert Malermeister Steve Meier 800 Euro. Zudem will er die anstehenden Malerarbeiten im Gerätehaus und Sanitärtrakt kostenfrei leisten.

Die multifunktionale Freilichtbühne verfügt über 120 Zuschauerplätze. Sie wertet das Dorf nicht nur optisch auf. Sie soll auch das kulturelle Leben auf dem Lande attraktiver gestalten. Wichtig ist den Einheimischen: Diese neue Anlage ist nicht nur für Hochstedt, sondern für die gesamte Nordhäuser Region. Vielseitig sei sie in den Sommermonaten nutzbar. Von Theateraufführungen bis zu Chorkonzerten.