Honignaschen bei Pößnecker Imker direkt aus der Wabe

Pößneck/Krölpa  Innerhalb ihres Projektes „Auf der Wiese ist was los“ an der Grundschule in Krölpa haben sich die Viertklässler bei Imker Volker Radig über das Leben und die Bedeutung der Honigbiene informiert.

Imker Volker Radig in Pößneck erklärt den Viertklässlern der Grundschule Krölpa das Geschehen in einer Brutwabe. Foto: Sandra Hoffmann

Imker Volker Radig in Pößneck erklärt den Viertklässlern der Grundschule Krölpa das Geschehen in einer Brutwabe. Foto: Sandra Hoffmann

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„Lecker“ und „schmeckt gut“ lobten die Viertklässler der Grundschule Krölpa den Honig von Imker Volker Radig, den sie bei ihm direkt aus der Honigwabe naschten. Mit dem Finger holten sie sich die Kostprobe aus der Wabe und dass auf dieser derweil noch Bienen saßen, machte den Kindern gar nichts aus. „Ist die Wabe voll verdeckelt, werden vier Gläser Honig daraus“, erklärte ihnen Volker Radig und das war nicht die einzige Frage, die der Imker den Grundschülern beantwortete. Vieles wollten die Kinder wissen, denn die Natur beschäftigt sie gerade sehr.

„Jedes Jahr gibt es an unserer Schule zum Schuljahresende ein Projekt und dieses Mal ist unser Thema ‚Auf der Wiese ist was los‘. Alle Klassen erkunden und entdecken die Wiese, unternehmen dazu Wanderungen, lesen, basteln und malen“, erklärt Katrin Wetzel, Klassenleiterin der Klasse 4. Die Projektarbeit hat am vergangenen Mittwoch begonnen und wird am Sonnabendnachmittag mit einem Schulfest ihren Abschluss finden.

Für ihre 4. Klasse hatte Katrin Wetzel die Idee, Imker Volker Radig in Pößneck zu besuchen und so machten sich die Kinder mit dem Fahrrad auf den Weg zu ihm. Hier angekommen, gab es Spannendes über die Honigbiene zu erfahren. So etwa, dass die Biene nach dem Rind und dem Schwein das drittwichtigste Nutztier des Menschen ist.

Der wichtigste Bestäuber ist und bleibt die Honigbiene

„Der Wert der Bienen liegt in ihrer Bestäubungsleistung“, nannte Volker Radig den Kindern den wichtigsten Fakt und verdeutlichte: „Sechs bis zehn Millionen Blüten bestäuben die Bienen für ein Glas Honig.“ Finanziell ausgedrückt belaufe sich die Bestäubungsleistung einer Biene auf drei Milliarden Euro. Doch die Bedeutung dieser Leistung ist noch weitreichender, wie der Imker aufzeigte. „Ohne Bestäubung keine Pflanzen. Ohne Pflanzen keine Tiere und ohne Tiere kein Mensch“, erklärte er. Die einzigen Pflanzen, die keiner Bestäubung durch die Biene bedürften, seien die Kartoffel und das Getreide.

Gerade vor dem Hintergrund der Bestäubungsleistung der Honigbiene machte Volker Radig aber auch auf Probleme aufmerksam, denn innerhalb eines Jahrhunderts hat sich die Anzahl der Bienenvölker stark verringert. „Um die Artenvielfalt zu einem bestimmten Tag X zu erhalten, braucht man pro Quadratmeter sechs Bienenvölker. In Thüringen sind es derzeit nicht mal zwei pro Quadratmeter“, sagte er. Und habe es in Deutschland vor 100 Jahren vier Millionen Bienenvölker gegeben, so seien es heute 700 000. „Das ist ein Rückgang um 80 Prozent“, zeigte der Imker auf. Zudem sei ohne imkerliche Betreuung heute kein Bienenvolk mehr allein überlebensfähig, schon wegen der Varroamilbe, begründete er.

In einem Bienenstock wohnen im Sommer zwischen 50 000 und 60 000 Bienen, beantwortete Volker Radig den Kindern eine weitere ihrer Fragen. Und er versicherte ihnen: „Die Biene ist ein friedliches Insekt. Sie hat nur Pollen und Nektar im Sinn.“ Im Unterschied ­dazu werde eine Wespe von Säuerlichem gelockt, denn sie sei eine Art Gesundheitspolizei und entsorge, was verfaule. Die Biene wiederum liefere nicht nur Honig, sondern auch Pollen, Propolis (Bienenharz) und Bienenwachs.

Über all ihr beim Imker gesammeltes Wissen über die Honigbiene werden einige der Viertklässler nun ein Plakat gestalten. Ihre Mitschüler werden Plakate über den Schmetterling, den Maulwurf, Gräser und Wiesenblumen erstellen. Und was alle Krölpaer Grundschüler innerhalb des Projektes über Wiesenpflanzen und Wiesentiere gelernt haben, werden sie am Sonnabend, 28. Mai, ab 14 Uhr auf ihrem Schulfest in der Grundschule Krölpa präsentieren. Die Kinder werden ein kleines Programm darbieten und im Anschluss gibt es Spielangebote auf der Wiese. Dazu wird herzlich eingeladen.

Willkommen sind Interessierte darüber hinaus am Sonntag, 29. Mai, im Imker-Garten Radig in Pößneck, Vor der Heide 23. Anlässlich des „Tages der offenen Gärten“ stehen der Garten und die kleine Imkerei der Öffentlichkeit in der Zeit von 10 bis 17 Uhr zum Besuch offen. Vom Wunder der Bienen

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