Hummelshain: Hier beißt niemand in giftige Pilze

Hummelshain  Der Thüringen-Forst leistet mit den Waldjugendspielen um die Jagdanlage Rieseneck wichtige Bildungsarbeit

Beim Sägen ging es nicht nur um Schnelligkeit. Die Grundschüler – hier aus Tröbnitz – mussten auch die Länge von 10 Zentimetern am Holzstück abschätzen, um dieses abzutrennen.

Beim Sägen ging es nicht nur um Schnelligkeit. Die Grundschüler – hier aus Tröbnitz – mussten auch die Länge von 10 Zentimetern am Holzstück abschätzen, um dieses abzutrennen.

Foto: Katja Dörn

Da macht sich die Brennholzerfahrung bemerkbar. Forstpate Jaqueline Huster steht zufrieden vor ihrer Schülergruppe im Wald bei der Jagdanlage Rieseneck. Das Durchsägen eines Baumstamms hat wunderbar geklappt, auch beim Schätzen der Stammlänge konnten die Mädchen der Klasse 4a der Grundschule Hügelland in Tröbnitz brillieren. „Die Kinder vom Dorf sind total schlau“, sagt Huster begeistert. Das zeigte sich auch bei vielen anderen Teilnehmern der Waldjugendspiele in Hummelshain.

350 Kinder der dritten und vierten Klassen aus dem Saale-Holzland-Kreis sowie eine Gruppe aus der Kita in Freienorla erprobten gestern ihr Wissen um die Pflanzen und Tiere im Wald. Der Thüringen-Forst hatte diesen erlebnisreichen Vormittag erneut für das Forstamt Jena - Saale-Holzland organisiert. „Die Kinder sollen einen schönen Tag erleben, für die Natur und den Tierschutz sensibilisiert werden und mehr über die Jagd lernen“, sagt Karolin Born, die federführend die Spiele auf die Beine stellt.

Jede Klasse konnte einzeln eine von insgesamt zehn Stationen absolvieren. Bei Roland Dytrych von der Jägerschaft Stadtroda erfuhren die Wissbegierigen, welches Geweih zu welchem Tier gehört. Und warum es überhaupt Jagdhunde braucht. „Was mache ich, wenn die Ente in den See fällt und ich keine Badehose dabei habe?“ fragte Dytrych augenzwinkernd.

Neben der Jägerschaft und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald betreuten die Revierförster aus dem Landkreis die Schülergruppen. Anna Grund, zuständig für das Revier St. Gangloff, war ebenfalls beeindruckt vom Wissen der kleinen Waldentdecker. „Sie konnten sogar den grünen Knollenblätterpilz bestimmen“, sagt Grund. Der käme schließlich nicht so häufig vor.

Ganz ohne Vorbereitung gingen die Grundschüler natürlich nicht in die Spiele. „Wir haben das Thema Wald schon vorher behandelt“, sagt Manja Wittmann, Klassenleiterin der 4a in Tröbnitz. Und auch danach werde sie mit ihrer Klasse das Gelernte auswerten und vertiefen.

Auch die Lehrer lernten dazu. Auf die Frage, ob der Schluckspecht im Wald heimisch ist, hatten sie allerdings eine eindeutige Antwort. Aber nein!

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