Im Winter mit dem Caravan durchs Orlatal

Neustadt/Pößneck  Unabhängig und flexibel Urlaub machen: Der Trend zum Verreisen mit Wohnmobilen hält an. Die Fahrzeuge gibt es im Orlatal auch zu mieten.

Auf dem Caravan-Stellplatz der Hotelpension Heinrichs-Ruhe in Neustadt an der Orla finden sich auch im Winter Wohnmobilfreunde zum Übernachten ein. Familie Christiansen aus Wedel bei Hamburg startet hier am 25. Januar zur nächsten Etappe einer kleinen Rundfahrt.

Auf dem Caravan-Stellplatz der Hotelpension Heinrichs-Ruhe in Neustadt an der Orla finden sich auch im Winter Wohnmobilfreunde zum Übernachten ein. Familie Christiansen aus Wedel bei Hamburg startet hier am 25. Januar zur nächsten Etappe einer kleinen Rundfahrt.

Foto: Martin Lücke

Herr Christiansen lässt die Scheibe seines Reisemobils herunter und lächelt freundlich. Was seine Frau und er hier tun? Eine Kurzreise mit dem Wohnmobil vom heimischen Wedel an der Elbe im Westen von Hamburg mit dem Ziel Kronach in Oberfranken und Zwischenstopps in Braunschweig und eben Neustadt an der Orla. Genauer gesagt der Stellplatz des Hotel- und Pensionsbetriebs Heinrichs-Ruhe im Norden der Stadt. Es sei ein angenehmes Reisen, flexibel und ohne Sorgen um die nächtliche Unterkunft, denn die habe man ja bereits selbst dabei, erläutert die Gattin.

Kurz darauf rollt das weiße Wohnmobil auf weißem Schnee davon. Es ist Ende Januar 2019 im Orlatal und Christiansen gibt noch einen Ratschlag hinsichtlich der richtigen Wahl eines Fahrzeugs, dass auch im Winter Freude machen soll: „Es muss einen Doppelboden haben.“ Das isoliere besser.

Ziele in Deutschland und Mitteleuropa beliebt

Der Inhaber der Heinrichs-Ruhe, Mike Hempel, bestätigt auf Nachfrage, dass auch im Winter Wohnmobilreisende unterwegs seien, und er ­regelmäßig selbst bei Schnee Neuankömmlinge begrüße, die für eine oder mehrere Nächte den Stellplatz des Hauses nutzten. „An Silvester hatten wir bestimmt 30 Wohnmobile hier“, sagt Hempel.

Mieter wollen Unabhängigkeit

Tatsächlich scheint der Jahreswechsel ein beliebter Zeitraum für Ausflüge mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen zu sein. Viele suchten sich an Silvester ein schönes Plätzchen, um ins neue Jahr zu rutschen bestätigt auch Sebastian Moecke, Assistent der Geschäftsführung im Pößnecker Auto-Centrum Hoffmann. Er ist dort unter anderem zuständig für Wohnmobile. Denn das Unternehmen vermietet Reisemobile in verschiedenen Größen an urlaubsfreudige Menschen mit Lust auf etwas Neues. „Seit einigen Jahren ist die Nachfrage extrem hoch und bleibt bisher auch noch kon­stant“, beschreibt Moecke den allgemeinen Trend.

Ab 67 Euro pro Tag könne zum Beispiel ein Paar mit einem kleinen Kind bei Hoffmann Wohnmobile eines der kleineren Fahrzeuge mieten. Der Preis hängt davon ab, zu welcher Zeit des Jahres der Urlaub stattfindet. Am günstigsten ist es etwa in der Nebensaison, von Oktober bis März. Hinzu kommt eine einmalige Service-Pauschale.

Moecke glaubt, es geht den Mietern um die Unabhängigkeit: „Wir hatten schon Kunden, die wollten eigentlich nach Skandinavien. Als das Wetter ­ihnen dann doch zu schlecht wurde, sind sie kurzerhand umgekehrt und nach Süden gefahren.“ Er habe zudem das Gefühl, das falle mit einem Trend weg von der Pauschalreise in die Ferne zusammen. Die Leute wollten heute verstärkt wieder nähere Ziele in Deutschland und Mitteleuropa erkunden. Dabei wechselten die beliebtesten Ziele beinahe jährlich: Letztes Jahr war es Skandinavien, davor die britischen Inseln und ein Jahr vorher Frankreich. Auch die Anmietungszeiträume würden länger. So würden auch junge Paare mit Kind beim Vermieter anrufen, um einen Elternzeitmonat in einem der neun Mietfahrzeuge zu verbringen. Ein Kurztrip in der Nebensaison sei auch spontan zu organisieren, soll es aber eine Rundreise in den Sommerferien sein, sollte man bereits im Vorjahr anfragen und planen, denn da sei die Miet-Nachfrage enorm.

Mehr Informationen: www.hoffmann-wohnmobile.de

Tour im Winter

Der Tipp mit dem Doppelboden findet sich auch in der Fachliteratur. Bei einem klassischen Doppelboden im Wohnmobil falle es der in dem rundum vor Kälte geschützten „Keller“ untergebrachten Heizung leicht, die Wasseranlage auch bei deutlichen Minusgraden frostfrei zu halten.

Vermieter Sebastian Moecke in Pößneck hat weitere Tipps: Der Abwassertank sollte isoliert sein, die Wasseranlage sollte keinesfalls Frostschäden nehmen. „Wenn wir im Winter vermieten, befüllen wir den Wassertank nicht. Das macht dann der Kunde am Ziel, wenn der Wagen hochgeheizt ist.“ Die Fahrzeuge verfügen über wintertaug­liche Bereifung.