In Läwitz spielt Hanf die Hauptrolle

Läwitz  Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein besonderes Labyrinth in Läwitz. Das erste „Hanf-Labyrinth Thüringens“ eröffnet zum zweiten Mal am Samstag, 9. Juli, um 13 Uhr seine Pforten für die Öffentlichkeit.

Jasmin Roßkopf, Alexandra Lux,Lehrer Uwe Fritzsche, Schulleiterin Katrin Wenzel und Lukas Rohleder (v.l.) stehen im Hanf-Labyrinth. Foto: Jens Pachmann

Jasmin Roßkopf, Alexandra Lux,Lehrer Uwe Fritzsche, Schulleiterin Katrin Wenzel und Lukas Rohleder (v.l.) stehen im Hanf-Labyrinth. Foto: Jens Pachmann

Foto: zgt

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In diesem Jahr steht das Labyrinth unter dem Motto "Straßen verbinden – Auf den Spuren des Hanfanbaus in Deutschland". Im Vorjahr war Asien das Thema. Es hat eine Fläche von drei Hektar, das entspricht etwa drei Fußballfeldern. Über das Projekt "Schule-Wirtschaft" kam die Partnerschaft zwischen der Pahren Agrar Kooperation und der "Rötlein" Regelschule Zeulenroda-Triebes zustande. "Es ist doch schön, wenn sich Schüler für so etwas engagieren", sagt Albrecht Broßmann, der Geschäftsführer der Pahren Agrar Kooperation. Die Schüler bewirtschaften das Labyrinth, sind verantwortlich für den Verkauf der Waren und den Eintritt.

Treibende Kraft in der Rötlein- Regelschule ist Uwe Fritzsche. Der Lehrer für Wirtschaft, Recht, Werken, Biologie und Sport sagte gegenüber unserer Zeitung: "Das Ganze ist über die Kooperation Schule-Wirtschaft ins Rollen gekommen. Wir haben im Rahmen der Zusammenarbeit einen Teil des Unterrichts in Wirtschaft, Recht und Technik (WRT) in Läwitz angehalten. In fünf Doppelstunden wurde in der Klassenstufe neun über alternative Energien gefachsimpelt." Dabei wurden von den Schülern auch Anschauungstafeln gestaltet und Wege gebaut.

"Dass man beim Thema Hanf immer auch an Drogen denkt, ist logisch. Aber unsere Produkte sind THC-frei", sagt Broßmann. THC ist Tetrahydrocanaboid, legt der Geschäftsführer zur Erklärung nach.

Die Faserpflanze Hanf wird in Läwitz technisch verwertet. Nadelfilze für die Automobilindustrie und Dämmstoffe für das Bauwesen stehen ganz oben. Heute erlangt der Hanfanbau aufgrund der Ölknappheit bei Faserverbundstoffen wieder an Bedeutung. Klimaneutral, nachhaltig und nachwachsend – Hanf hat viele Vorteile und dient daher als Rohstoff für eine breite Palette von Produkten.

In fast jedem Bundesland wird in unterschiedlichem Ausmaß Hanf angebaut. Den flächenmäßig größten Anbau verzeichnete 2015 das Land Niedersachsen mit 430 Hektar (ha). Thüringen reiht sich mit 218 ha an dritter Stelle ein. Der Hanfanbau konzentrierte sich in Thüringen hauptsächlich in den Landkreisen Altenburg und Greiz.

Problematischer ist es jedoch um die Aufbereitung des Rohmaterials bestellt. Lediglich zwei Hanf-Aufschluss-Anlagen produzieren noch in Deutschland Hanf-Fasern. Eine Anlage befindet sich in Läwitz. Für angemeldete Gruppen gibt es die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen, Wissenswertes über das Multitalent Hanf zu erfahren und die Aufschlussanlage zu besichtigen. Der Besuch des Labyrinthes ist dabei natürlich inklusive.

Die Besucher des Labyrinthes befinden sich in diesem Jahr auf den Spuren wichtiger Autobahnen Deutschland. Auf ihrem Weg entlang der Irrwege werden wieder viele Informationen über die Nutzpflanze Hanf vermittelt. Die vier Länder mit den größten Anbauflächen im Jahr 2015 werden in Wort und Bild vorgestellt.

Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder ein Wissens-Quiz. Die Lösungen finden die Besucher auf den neun Informationstafeln, die im Labyrinth versteckt sind. Zu den Grünen Tagen in Erfurt vom 16. bis 18. September 2016 werden die Gewinner ausgelost.

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