Interessenten für Schneckenhengst in Bleicherode

Nordhausen.  Die Schullandheime in Harzrigi und in Bleicherode vermelden nur wenig Gäste. Grund: Die Schulklassen haben abgesagt.

Sydney Alina Orlob (12) aus Heilbad Heiligenstadt und Marvin Köppe (10) aus Leinefeld-Worbis präsentieren zwei junge Kaninchen auf dem Landgut Harzrigi, wo sie an einem einwöchigen Feriencamp teilnehmen.

Sydney Alina Orlob (12) aus Heilbad Heiligenstadt und Marvin Köppe (10) aus Leinefeld-Worbis präsentieren zwei junge Kaninchen auf dem Landgut Harzrigi, wo sie an einem einwöchigen Feriencamp teilnehmen.

Foto: Marco Kneise

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„Sämtliche Schulklassen haben ihre Anmeldungen bis Jahresende wegen der Corona-Pandemie storniert“, sagt Tim Hesse, Leiter der Schullandheime Harzrigi und Schneckenhengst, die als Harzer Freizeitakademie firmieren. Die Lage hat sich gegenüber dem Frühjahr, als die Heime geschlossen waren, nur unwesentlich gebessert. „Derzeit haben wir 17 Kinder und zwei Betreuer in Harzrigi zu Gast, natürlich unter Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen. Die gehören zu unserem eigenen Feriencamp, das eine Woche dauert“, berichtet der Mitarbeiter des Nordhäuser Horizont-Vereins.

Danach ist eine Woche Pause, ehe es ab dem 9. August mit einem zweiten, einwöchigen Feriencamp weitergeht. „Die Kinder kommen aus unserem Landkreis, dem Eichsfeld, Erfurt und Sachsen-Anhalt“, ergänzt der Nordhäuser. Außerdem seien Tagesgruppen da, würden Zuckertütenfeste und Schulabschluss- sowie Familienfeiern veranstaltet.

„Ich freue mich darüber, dass uns die Eltern ihr Vertrauen schenken. Wir beweisen uns und allen anderen, dass wir trotz Corona handlungsfähig sind“, betont Hesse. Natürlich sei nicht allzu viel möglich. „Wir greifen bei den Tagesausflügen auf regionale Freizeitanbieter zurück wie das Happylino oder das Freibad in Niedersachswerfen, mit denen eine Kooperation besteht. Oder wir wandern durch den Harzrigi-Wald“, schildert der Leiter die Ferienaktivitäten.

Horizont-Verein trennt sichvon einer der Einrichtungen

Personell fahre man immer noch mit einer Notbesetzung. „Nach den Ferien wollen wir weiter Tagesgruppen in Harzrigi begrüßen, um ein Stück weit Normalität hinzubekommen. Wir versuchen, das Beste aus der Lage zu machen, und arrangieren uns“, erklärt der Nordhäuser.

Der Schneckenhengst in Bleicherode wird zum Jahresende seine Türen schließen (TA berichtete). „Dort fahren wir den Betrieb nach und nach runter und bieten nur noch ganz vereinzelt Veranstaltungen an“, informiert Hesse. Zum Beispiel im August Ferienfreizeiten für Stammgäste, die dem Schneckenhengst Lebewohl sagen wollen.

Die hohen Brandschutzauflagen wie Feuertreppen, Rauchabzüge und Brandschutztüren konnten nicht mehr gewährleistet werden. Deshalb zog der Horizont-Verein die Reißleine.

„Der Schneckenhengst wird aber nicht in Vergessenheit geraten. Denn das Landgut Harzrigi wird sich im nächsten Jahr in ein Rittergut verwandeln“, richtet Hesse den Blick nach vorn. Erste Ideen und Konzepte gebe es schon und würden bis in den Spätherbst konkretisiert werden.

Finanzielle Lage des Vereins bleibt angespannt

Und es gibt noch eine weitere gute Nachricht: „Wir habe drei Interessenten, die das Schneckenhengst-Gelände in Bleicherode mit einem veränderten Nutzungskonzept übernehmen wollen“, verrät Horizont-Geschäftsführer René Kübler. Er könne sich eine gleitende Übernahme ab Januar 2021 durchaus vorstellen. „Das letzte Wort hat aber die Stadt Bleicherode als Eigentümer des Grundstückes“, so Kübler.

Die finanzielle Lage beim Horizont-Verein sei nach wie vor angespannt. „Es ist noch kein Geld vom Land eingetroffen. Wir befinden uns aber in einem Antragsverfahren und hoffen, dass wir Ende August oder Anfang September die dringend benötigen Mittel erhalten werden“, blickt Kübler voraus.

Die Gelder sollen von einem Nothilfefonds des Sozialministeriums kommen. „Ich fühle mich von Staat, Politik und Verwaltung gut unterstützt und bin dankbar für deren Hilfe“, so der Geschäftsführer. Stellvertretend für alle Unterstützer nennt er die Namen von Landtagspräsidentin Birgit Keller und der Landtagsabgeordneten Katja Mitteldorf (beide Linke), die sich besonders für den Horizont-Verein stark gemacht hätten.

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