Kurzarbeit gibt es nur im Verkauf

Berga.  Bergaer Autohaus Grund baut trotz Corona-Krise für eine Viertel Million Euro eine neue Halle.

Die Geschwister Saskia und Sebastian Grund führen gemeinsam mit ihrem Vater Karl-Heinz Grund das Familienunternehmen in Berga. In wenigen Wochen soll die neue Halle als Reifenlager in Betrieb gehen.

Die Geschwister Saskia und Sebastian Grund führen gemeinsam mit ihrem Vater Karl-Heinz Grund das Familienunternehmen in Berga. In wenigen Wochen soll die neue Halle als Reifenlager in Betrieb gehen.

Foto: Susanne Schedwill

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Das Autohaus Grund in Berga investiert trotz Corona-Krise: In den vergangenen Wochen ist auf dem Firmengelände eine neue Leichtmetallhalle errichtet worden. Auch den mehrwöchigen Corona-Shutdown hat das Familienunternehmen gut überstanden.

In der 26 Meter langen und zwölf Meter breiten Halle sollen bald die rund 800 Radsätze der Kunden eingelagert werden, die bisher in einer angemieteten Halle untergebracht sind. Das Regalsystem wird in den kommenden Wochen eingebaut, ebenso eine Hebebühne. Rund 250.000 Euro hat der Neubau gekostet. „Die Investition war schon lange geplant, wir brauchen den Platz unbedingt. Außerdem erleichtert die Halle mit Montageplatz die Arbeitsabläufe. Und wir sind einfach Optimisten“, berichtet Juniorchef und Verkaufsleiter Sebastian Grund von der Baumaßnahme in einer wirtschaftlich unsicheren Zeit.

Seit 2016 ist das Autohaus Kia-Vertragshändler. „Es war eine sehr gute Entscheidung, Kia ins Haus zu holen“, meint Juniorchefin Saskia Grund. Seit der Wende arbeitet das Bergaer Autohaus als Opel-Servicepartner und stellte sich schließlich breiter auf, als sich der damalige Opel-Mutterkonzern GM mit der Marke Chevrolet aus Deutschland zurückzog. Allein mit Opel hätte die Firma nicht existieren können.

Insgesamt sind in dem Familienbetrieb 25 Männer und Frauen beschäftigt. Eine weitere neue Mitarbeiterin soll im Herbst das Team ergänzen. Ein großer Teil der rund 5000 Stammkunden kommt aus dem Landkreis Nordhausen. Tendenz steigend.

Im März und April, als ganz Deutschland durch den Lockdown stillstand, lief es für das Südharzer Unternehmen dennoch recht gut. „Wir hatten zwar einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent, aber es hat sich ausgezahlt, dass wir seit etwa drei Jahren verstärkt auf Onlineverkauf setzen. Ganz haben wir die Verluste aber nicht auffangen können. Man merkt schon, wenn die Laufkundschaft fehlt“, sagt der 39-jährige Niedersachswerfer. Zum Glück habe sein Haus viele Neuwagen-Vorbestellungen, die jetzt ausgeliefert werden. Und auch die Werkstatt hatte durchweg gut zu tun. Kurzarbeit gab es nur im Verkauf, für wenige Wochen. Und was Grunds optimistisch stimmt: Die Kauflust der Südharzer war 2019 so ausgeprägt wie noch nie. „Wir haben im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie noch in keinem Jahr zuvor, und auch 2020 ist gut angelaufen“, sagt Grund. Er ist sich sicher, mit Hilfe der Kunden werde sein Haus die Krise gut überstehen.

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