Lofts mit Elektro-Carport in Erfurt geplant

Möbisburg.  Ein Investor aus Erfurt will sechs Millionen Euro in die Hand nehmen, um in Möbisburg auf 4500 Quadratmetern 37 Mietwohnungen zu schaffen.

Möbisburgs alte Schuhleistenwerk soll künftig 37 Mietwohnungen in Loftform beherbergen.

Möbisburgs alte Schuhleistenwerk soll künftig 37 Mietwohnungen in Loftform beherbergen.

Foto: Foto: Michael Keller

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Im Februar 2017 sollte bei einer Immobilienauktion in Dresden eigentlich die ehemalige Schuhleistenfabrik in Möbisburg versteigert werden. Eigentlich. Sowohl beim ersten, als auch beim zweiten Termin wollte keiner anbeißen. Der Hammer des Auktionators blieb stumm. Keiner wollte die geforderten 395.000 Euro als Mindestgebot hinlegen. Ebensowenig die 12.000 Euro für ein angrenzendes Grundstück mit 2800 Quadratmetern. Der Verkäufer, ein Herr aus Mühlheim an der Ruhr, blieb auf seinem Grundstück nebst Immobilie sitzen. Vorerst. Denn da gibt es immer noch den so genannten Nachverkauf.

37 Lofts von 57 bis 270 Quadratmeter

Und da biss dann jemand an. Dieser Jemand heißt Michael Krause, 42 Jahre alt, Inhaber zweier Firmen. Als Investor für das Unternehmen Immobilienpoint 24 erwarb Krause die Schuhleistenfabrik. Sechs Millionen Euro will er investieren. Für den Anfang. In den Ausbau des früheren, 1976 errichteten Produktionsgebäudes. 37 Lofts - zur Wohnung umfunktionierte Lager- oder Industrieräume – mit Flächen in Größen zwischen 56 und 270 Quadratmetern, sollen nach Krauses Vorstellungen entstehen. Die Gebäudetiefe lasse auch große Größen und flexible Bauweisen zu, sagt er. Auch gebe es die Idee, Lofts zum Selbstausbau in Eigenleistung und nach persönlichem Gusto, anzubieten.

In einer Halle entsteht eine Parkgarage

Der Zustand des Rohbaues sei sehr gut. „Guter Beton“, lobt der Investor. Die Erdgeschosswohnungen bekommen einen Gartenanteil, die Wohnungen im ersten und zweiten Stock Balkone. Zwei bis drei Büros ergänzen alles. Parkplätze satt wird es geben. Krause baut das nördliche der beiden Hallenschiffe zur Parkgarage um, hält sich aber die Option offen, diesen Gebäudeteil mittelfristig ebenfalls in ein Wohngebäude umzubauen.

Bezugsfertigkeit im Herbst 2021 geplant

Der erste Schritt umfasst die Sanierung von 4500 Quadratmetern Wohnfläche. „Wir warten aber noch auf die Baugenehmigung“, schränkt er ein. Es sei ihm von der Stadt bedeutet worden, er solle zuvor noch ein Fledermausgutachten anfertigen lassen. Der Auftrag sei raus, so Krause. Dessen ungeachtet hätten die Beräumungsarbeiten begonnen. Eine Tischlerei im Erdgeschoss ist bereits ausgezogen. Sobald die Baugenehmigung eintrudelt, wird entkernt. Bezugsfertig soll das Schuhleisten-Gebäude im Herbst 2021 sein.

7 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter Miete

Dass es Bedarf nach Wohnraum an dieser Stelle gebe, davon ist der Immobilien-Profi überzeugt. Er wird selber eine Wohnung in der Schuhleiste beziehen und hofft auf Nachbarn aus der Zielgruppe von Leuten, die großzügiges Wohnen im ehemals industriellen Umfeld mit viel Grün vor der Nase zu schätzen wissen. Und auch Familien mit Kindern. Dass es genug Interesse gibt, davon sei auszugehen. Der angedachte Mietzins zwischen sieben und 7,50 Euro pro Quadratmeter werde da einen zusätzlichen Anreiz bieten. Zumal das infrastrukturelle Umfeld in Möbisburg alles Mögliche biete, bis hin zum Freibad in unmittelbarer Nachbarschaft.

Stromtankstelle vorm Haus

Auf der großen Freifläche vor dem ehemaligen Fabrikgebäude will Michael Krause Solarcarports mit Stromtankstellen für Elektroautos errichten lassen. Kein Wunder, ist er doch in mit seinem zweiten Standbein, einer Firma aus Sömmerda, die sich dem Thema Photovoltaik verschrieben hat, in der Branche zu Hause. Daher verwundert es auch nicht, dass das Schuhleistengebäude nach seiner Sanierung einen Großteil der Heizungs- und Stromversorgung über Photovoltaik realisieren wird. Die Nebenkosten würden dadurch um 20 bis 30 Prozent gedrückt. Ein zusätzlicher großer Anreiz für künftige Mieter, ist Krause sicher.

Frühere Idee für eine Schule wurde abgelehnt

Krauses ursprüngliche Idee war eigentlich, aus der Schuhleiste eine Schule zu machen. Ein Elternverein war an ihn herangetreten. „Hätte ich gemacht, es war ein super Konzept“, sagt er. Mehrere städtischen Ämter hätten das aber abgelehnt. 11.000 Quadratmeter Fläche umfasst das gesamte Areal. Da ist viel Platz. Um das alte Firmengelände dann eben zu einem attraktiven Wohnplatz zu machen.

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