Musik und Raum verschmelzen in Klosterkirche zur Einheit

Thalbürgel  Rezension Sinfonisches Konzert mit dem „collegium musicum halle“ unter Leitung von Gerrit Prießnitz

Die Klosterkirche St. Maria und St. Georg in Thalbürgel.

Die Klosterkirche St. Maria und St. Georg in Thalbürgel.

Foto: Jens Kalaene

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Im Programmangebot des Konzertsommers in der Klosterkirche Thalbürgel gibt es mitunter Momente, wo es ungemein schwierig ist im Nachhinein die richtigen Worte zu finden, um dem Erlebtem nahe zu kommen.

So geschehen beim Sinfonischen Konzert mit dem „collegium musicum halle“ unter Leitung von Gerrit Prießnitz. Es begann mit der Sinfonie Nr. 11 in F-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy. Von seinem Lehrer Carl Friedrich Zelter angeregt, sucht sich der Junge im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren dem sinfonischen Erbe zu widmen. Wie er sich in 5 Sätzen dem traditionellen Formenkanon mit ganz eigenen Ideen zu nähern sucht, es erweckt Staunen und verdient auch gegenwärtig noch aufgeführt zu werden. Die Gäste aus Halle unter der Leitung von Prießnitz waren in Hochform.

Doch was darauf mit der Wiedergabe des „Einsamer Engel“- Meditation für Violine und Streichorchester von Peteris Vasks (geb. 1946) folgte, es wurde zu einem Ereignis, wo Musik und Raum zu einer Einheit verschmelzen. Der Solopart schwebt in selten zu erlebender Klanglichkeit quasi über dem Orchester: Hymnus, Gebet, Lobgesang – die ans Traumhafte grenzende Tongebung der Geigerin Rosa Donata Sailer in den hohen Lagen zum mehr in den Tiefen agierenden Orchester führt die Hörer zu einem verinnerlichendem Erleben sondergleichen.

Ähnliches geschieht nach der Pause mit mehr aktivierendem Charakter bei der Wiedergabe von „Vox Amoris- Stimme der Liebe“- Fantasie für Violine und Streichorchester ebenfalls von Peteris Vasks, 2009 komponiert. Thematisch kommt es zu einer Reihe von Episoden mit mancherlei Steigerungen und von der Solistin in einer Art Kadenzen virtuos gelöst. Am Ende Riesenbeifall für die Ausführenden: Solistin, Dirigent und Orchester.

Besonderer Dank an den anwesenden Komponisten.

Welche Ehre: Lettlands gegenwärtig berühmtester und über die Landesgrenzen hinaus hoch gefeierter Komponist zu Gast in Thalbürgel.

Die abschließende Wiedergabe der Sinfonie Nr. 12 in D-Moll des jungen Mendelssohn rundete mit ihren drei an Aktionen reichen Sätzen klassischen Formates diesen ungewöhnlichen Konzertabend, wo sich das Publikum am Ende nur schwer zu lösen vermochte.

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