Neue Ideen zur Zukunft der Brehm-Gedenkstätte in Kleinebersdorf gesucht

Kleinebersdorf  Beim Informationsabend der Brehm Gedenkstätte am Freitagabend in Kleinebersdorf benannte Volontär Stefan Curth neue konzeptionelle Ansätze für die Gedenkstätte.

Wertvolle Möbel werden von Holzwürmern befreit: Jochen Süß, Leiter der Brehm-Gedenkstätte, steht in der alten Pfarrscheune in Rentghendorf neben einem Konvolut von Möbeln, die großteils aus dem Nachlass des berühmten Tierforschers Alffred Brehm stammen. Foto: Frank Kalla

Wertvolle Möbel werden von Holzwürmern befreit: Jochen Süß, Leiter der Brehm-Gedenkstätte, steht in der alten Pfarrscheune in Rentghendorf neben einem Konvolut von Möbeln, die großteils aus dem Nachlass des berühmten Tierforschers Alffred Brehm stammen. Foto: Frank Kalla

Foto: zgt

Stefan Curth redet erst gar nicht lange um den heißen Brei. Bei den jüngeren Generationen sei der Name Alfred Brehm kein Selbstläufer mehr. "Brehm ist nicht mehr in den Köpfen", so der Volontär der Gedenkstätte am Freitagabend im Gasthof "Zum Löwen". Dort trafen sich zu einem Informationsabend der Brehm-Gedenkstätte die Gemeinden des Zweckverbandes Brehm Gedenkstätte.

Nachdem Gedenkstättenleiter Jochen Süss die Anwesenden über den allgemeinen Werdegang der Stätte seit seinem Amtsantritt im Jahr 2012 informierte, war es eben Stefan Curth, der Probleme mit der nachlassenden Bedeutung des großen Naturforschers benannte. Gleichzeitig, auch das betonte Curth, müsse man diesen – wenn auch wenig erbaulichen – Fakt nutzen, um ein entsprechendes Ausstellungskonzept zu entwickeln. Damit müssten auch jüngere Menschen angesprochen werden, die eben nicht mehr mit "Brehms Tierleben" im Bücherregal aufgewachsen seien. Weitere Gründe für die eher negative Entwicklung sah er darin, dass es zudem eine stetig wachsende Entfernung zwischen Mensch und Natur gebe.

Des Weiteren müsse künftig auch das Verhältnis zwischen Mensch und Natur beziehungsweise Mensch und Tier zu einem Schwerpunkt der Ausstellung gemacht werden. Von daher würde es – auch mit Blick auf das künftige Ausstellungskonzept – nicht mehr ausreichen, dass sich die Inhalte der Gedenkstätte ausschließlich um Alfred und Christian Brehm drehen dürfen. "Wir müssen auch aktuelle Themen aufgreifen, die für den Lehrplan Bedeutung besitzen", so Curth.

Als Zielstellung für die Ausstellung und die damit verbundene Pädagogik benannte der ausgebildete Biologie-Lehrer unter anderem, dass die Nähe zwischen Mensch und Natur befördert werden müsse. Außerdem sollten die Wurzeln wissenschaftlicher Erkenntnis und bioethischen Handelns in das Bewusstsein der Gedenkstätten-Besucher gebracht werden. Darüber hinaus müsse eine Ausstellung auch die Diskussion zu dem ambivalenten Verhältnis von Mensch und Natur anregen. Und zu guter Letzt müsse das Wissen um das Leben und Wirken des Vater-Sohn-Gespanns für die jüngere Generation wieder attraktiv und lebendig vermittelt werden.

Marcus Schulze über ein Telefonat zum vergessenen Brehm

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