Nordhausen: Herder-Gymnasiasten lernen online

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Nordhausen.  Schulleiter Andreas Trump berichtet über den praktizierten Distanzunterricht sowie die Verteidigungen der Facharbeiten in der Klassenstufe 12.

Ein Blick zum Herder-Gymnasium in Nordhausen. Eine so spezielle Zeit wie die gegenwärtige hat das traditionsreiche Schulhaus noch nie erlebt. 

Ein Blick zum Herder-Gymnasium in Nordhausen. Eine so spezielle Zeit wie die gegenwärtige hat das traditionsreiche Schulhaus noch nie erlebt. 

Foto: Christoph Keil

Die Halbjahresnoten wurden vergeben. Die Ausgabe der Zeugnisse erfolgte individualisiert. Dies offenbart in Zeiten der Pandemie auch die Tatsache, dass es im schulischen Bereich keinen Stillstand gibt und keinen Stillstand geben darf. Seit der Umsetzung des Lockdowns Mitte Dezember erfolgt am Herder-Gymnasium der Unterricht online, mit Audio- und Videokonferenzen sowie strukturierten und altersspezifischen Aufgaben, für deren Umsetzung die Kollegen in ihren Stunden zur Verfügung stehen, Fragen beantworten und Hilfestellungen geben. Dies geschieht konsequent über die Thüringer Schul-Cloud sowie auf der Grundlage der Stundentafel und ermöglicht es jedem Schüler, den Unterrichtstag von der Zeit der Hausaufgaben oder Vorbereitung auf die nächste (Online-)Stunde sowie der persönlichen Gestaltung des Alltages und der Freizeit abzugrenzen.

Zudem ermöglicht die Schule Gymnasiasten mit Unterstützungsbedarf das Lernen vor Ort. Dabei gehe es nicht nur um fachliche Hilfe, sondern auch um Beistand bei technischen Problemen oder Schwierigkeiten bezüglich der Selbstorganisation, erklärt Schulleiter Andreas Trump. Und er bekräftigt, dass der Distanzunterricht einen Kraftakt für alle Beteiligten darstelle, ist sich aber auch sicher, dass sich bei entsprechendem Willen und Selbstdisziplin dieser Weg als einer auf Zeit erweisen kann, auch wenn er das gemeinsame Lernen im Klassen- und Kursverband niemals ersetzen könne und dürfe.

Respekt zollt Trump den Schülern der Klassenstufe 12 sowie den im Seminarfach tätigen Kollegen. Den zukünftigen Abiturienten sei es im Rahmen der Verteidigung ihrer ersten wissenschaftlichen Arbeit, der Facharbeit, gelungen, den besonderen Bedingungen auf hohem Niveau gerecht zu werden. Neben der Bewältigung der Stundentafel galt es für sie, auch diese spezielle Sozialform des Lernens, die sowohl die Techniken selbstständigen Arbeitens als auch der Kommunikations- und Teamfähigkeit verlangt, weiter anzuwenden. Bereits im Frühjahr waren sie bezüglich der Durchführung des Eigenanteils, wie Praktika, die Teilnahme an Veranstaltungen, Organisieren von Ausstellungen, Begleiten von Experten, eingeschränkt.

Auch jetzt mussten sämtliche Vorbereitungen, Absprachen und Proben sowohl in der Gruppe als auch mit dem Seminarfachlehrer oder dem Fachbetreuer auf Distanz durchgeführt werden. „Die Zwölftklässler mussten entsprechend der Hygieneregeln planen, agieren und erstmals, seit das Seminarfach praktiziert wird, auf ihr Publikum, die Schüler der Klassenstufen 10 und 11, verzichten“,, erklärt Trump.

Es sei eine völlig andere Form der Gesprächsführung zu organisieren gewesen. Vielmehr habe es gegolten, die aus Lehrkräften bestehende Kolloquiumskommission mit Hilfe verschiedener Impulse anzusprechen und entsprechend einzubinden, um ein Gespräch führen zu können. Dies sei laut Schulleiter wie die Präsentationen selbst „in großem Maße sehr überzeugend gelungen“.

Damit konnten die Schüler der Jahrgangsstufe 12 in diesem Jahr auch unter Pandemiebedingungen die Hürde auf dem Weg zum Abitur ebnen, denn das Seminarfach gehört im Freistaat Thüringen nicht nur zum Fächerkanon, sondern dient der Vorbereitung auf das Studium.

Unsere Autorin Heike Roeder ist Lehrerin am Herder-Gymnasium und dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.