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Ursprung und Tradition: Darum feiern Christen Ostern

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Drei klassische Bräuche zum Osterfest

Drei klassische Bräuche zum Osterfest

Eierfärben, Eiersuche und Co. An Ostern gibt es verschiedene Traditionen. Der Ursprung dieser Bräuche liegt meist viele Jahre zurück.

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Berlin.  An Ostern bringt der Osterhase Eier. Aber warum eigentlich? Was sind die Ursprünge des Fests? Und welche wichtigen Bräuche gibt es?

  • Ostern ist im Christentum das wichtigste religiöse Fest des Jahres
  • Do auch abseits des Glaubens gibt es viele weltliche Oster-Bräuche
  • Wir erklären, was Christen an Ostern feiern – und was das mit Eiern zu tun hat

Ostereier, freie Tage, Auferstehung – Ostern bedeutet für jeden Menschen etwas anderes und wird in Deutschland jedes Jahr an einem anderen Tag gefeiert. 2022 fallen die Osterfeiertage auf Mitte April. Doch was feiern Christen eigentlich genau an Ostern? Woher kommt der Name des Festes? Und warum durfte an Karfreitag nicht getanzt werden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Woher kommt eigentlich der Name Ostern?

Das ist nicht ganz klar, es kursieren verschiedene Theorien. Einige Sprachforscher nehmen eine Verwandtschaft mit dem Substantiv „Osten“ in der ursprünglichen Bedeutung „Morgenröte“ an. Demnach geht der Name zurück auf ein Fest der Germanen, das sie zu Ehren der Göttin der Morgenröte austrugen.

Von dieser Interpretation war auch Jacob Grimm überzeugt, auch wenn er schon zu Lebzeiten dafür Gegenwind bekam. Viele Historiker haben diese Sichtweise von einem „Frühlingsfest“ zu Ehren der Göttin Ostera übernommen. Auch der Wissenschaftler Friedrich Kluge erklärt Ostern zum Beispiel so in seinem bekannten „Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache“.

In anderen Sprachen ist die Herleitung sehr viel einfacher. Die Niederländer nennen das Fest „Pasen“, die Isländer „Páskar“, die Schweden “Påsk“ – überall wird die Nähe des christlichen Osterfestes mit dem älteren jüdischen Passah- bzw. Pessachfest deutlich.

Was hat Ostern mit Eiern zu tun?

Christoph Daxelmüller Professor für Volkskunde an der Universität Würzburg, hat die Alltagsgeschichte des Mittelalters untersucht. „Eier“, sagt Daxelmüller, „waren damals ein ganz generelles Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit.“

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In der religiösen Bildersprache sei das Ei jedoch auch zum eindeutigen Zeichen der Auferstehung und des ewigen Lebens geworden. Die an Ostern gefeierte Auferstehung Christi erkläre so die Bindung des Eies an das wichtigste christliche Fest.

Woher kommt die Tradition des Osterfeuers?

Während sich der Begriff Ostern nicht eindeutig auf die Germanen zurückzuführen lässt, ist der Ursprung des Osterfeuers einfacher zu bestimmen: Die älteste schriftliche Erwähnung ist ein Briefwechsel aus dem Jahr 751 zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias. Der Missionar beschreibt einen germanisch-heidnischen Brauch, der als „Ignis Pachalis“ bezeichnet wird.

Viele Jahre später steht der Brauch auf dem Prüfstand: Der Naturschutzbund will Osterfeuer abschaffen – für Umwelt und Tierwohl.

Was feiert man an Ostern überhaupt?

Ostern ist das wichtigste und höchste Fest des Christentums – wichtiger noch als Weihnachten. Nach christlicher Überlieferung wurde Jesus an Ostern gekreuzigt und ist danach von den Toten wieder auferstanden.

  • Gründonnerstag: An diesem Tag gedenken Gläubige des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Nach der Messe werden oft Blumen, Schmuck und Kerzen aus Kirchen entfernt. Kirchenglocken bleiben bis zur Nacht auf Ostersonntag still.
  • Karfreitag: Laut der biblischen Erzählung wurde Jesus an diesem Tag gekreuzigt. Um sich darauf zu besinnen, beten und fasten Christen.
  • Ostersonntag: Ein Engel soll das leere Grab von Jesus gefunden haben. Nach christlicher Vorstellung ist er auferstanden. Darauf gründet sich der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Ostersonntag ist jeweils der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.
  • Ostermontag: Nach der Bibel trafen zwei Jünger den von den Toten auferstandenen Jesus, erkannten ihn aber zunächst nicht. In Anlehnung daran pilgern dann besonders im Süden Deutschlands einige Menschen. Andere machen einen Osterspaziergang.

Wann feiert man Ostern?

Die wird nach dem Mondkalender berechnet. Das Fest fällt auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühjahrs. Frühestens wird Ostern damit am 22. März gefeiert – und spätestens am 25. April.

An dem Termin richten sich viele andere christliche Feiertage aus: zum Beispiel Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag, eine Woche vor dem Ostersonntag. Wer geschickt und frühzeitig plant, kann auch 2022 mithilfe von Feiertagen effizient Urlaub nehmen.

Wann ist Ostern in den nächsten Jahren?

  • Jahr 2023: 9. April
  • Jahr 2024: 31. März
  • Jahr 2025: 20. April

In welchen Religionen feiert man Ostern?

Alle Christen feiern die Auferstehung von Jesus Christus: katholische, protestantische und armenische genauso wie griechisch-orthodoxe Christen. Allerdings unterscheiden sich von Land zu Land die Bräuche zum Fest. Die Australier verzichten zum Beispiel wegen einer Kaninchen-Plage auf den Osterhasen – stattdessen stehen kleine Beuteltiere, Bibys, aus Schokolade in den Supermarktregalen.

Wie kam es zum Brauchtum des Osterhasen?

Das erste Mal erwähnt wird der Osterhase wohl in einer Dissertation des Frankfurter Arztes Johannes Richier, der Ende des 17. Jahrhunderts den Brauch schilderte, dass der Hase Eier verstecke. Er nannte das „eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet“.

Ab dem 19. Jahrhundert hat sich der Osterhase dann eindeutig als österliches Symbol durchgesetzt. Er gilt gemeinhin als Symbol der Fruchtbarkeit – Häsinnen können mit einem Wurf fünf Jungen zur Welt bringen.

Darum bringt der Osterhase die Eier.

Herrscht Karfreitag immer noch Tanzverbot?

Grundsätzlich ja. Karfreitag ist ein stiller Feiertag. In weiten Teilen Deutschlands gilt entsprechend grundsätzlich ein mehr oder weniger striktes Tanzverbot. Tanzt man in normalen Jahren beispielsweise in Baden-Württemberg in der Öffentlichkeit, kann es eine Buße von bis zu 1500 Euro geben.

Lesen Sie hier mehr über den stillen Feiertag: Fischverzehr und Fleischverzicht – Fünf Fakten zu Karfreitag.

(les/cho/raer/dpa)