Pädagogik rund um Stockbetten

Wellsdorf  Thüringer Landesverband der Schullandheime diskutiert in Wellsdorf Änderungen und Herausforderungen

Leiterin Martina Hager (2.von links) führt Amtskollegen und Marion Malz (rechts) durch das Haus.Foto: Rebecca Rech

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„Durch die Hürden bei der Beantragung erleben Klassenfahrten schwierige Zeiten“, erklärte Ina Gerlof aus dem Vorstand des Thüringer Landesverbandes der Schullandheime gestern im Rahmen der Mitgliederversammlung in Wellsdorf. Zu spüren bekommen das die 20 Schullandheime in Thüringen durch die teilweise verminderte Auslastung der Häuser. „Die Übernachtungszahlen gehen schon zurück. Viele Lehrer fahren keine ganze Woche mehr, es gibt oft geringere Klassenstärken“, so Gerlof.

Doch durch die auf die Schulpläne abgestimmten pädagogischen Projekte der Schullandheime, von denen elf in Thüringen mit dem Gütesiegel „Anerkanntes Schullandheim des Landes Thüringen“ für ihre pädagogische Arbeit ausgezeichnet wurden, sei man gut aufgestellt – solange man in diesen Angeboten nicht nachlasse. „Es geht bei uns nicht um luxuriöse Ausstattung, sondern darum, durch das gemeinsame Wohnen Sozialkompetenzen zu erwerben und um den Schwerpunkt Pädagogik“, zog Gerlof die Grenze zu Jugendherbergen.

Unterstützung erhoffen sich die Schullandheime vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, speziell bei den Themen, wie man Lehrer noch mehr für Klassenfahrten begeistern und ihnen die Anmeldung erleichtern kann. „Wir hoffen, im Ministerium weiter einen guten Partner zu haben, um mit unseren Anliegen wahrgenommen zu werden. Die finanzielle Förderung ist zuletzt weggebrochen. Projektförderung findet vermehrt direkt in den Schulen statt. Wir wollen Partner der Schulen bleiben“, so Ina Gerlof.

Die Sorgen angesichts kleiner Schulen und Klassen konnte Marion Malz, Referatsleiterin im Bildungsministerium, zwar nachvollziehen, doch eine Komplexität bei der Antragsstellung der Lehrer für Klassenfahrten sah sie nicht. „Wir sollten gemeinsam überlegen, wie man sich besser vernetzen kann“, erklärte sie und lobte die auf den Lehrplan wie auf den Bildungsplan abgestimmten Angebote der Schullandheime sowie die individuelle Vor- und Nachbereitung der Projekte.

Neben dem Naturlehrpfad, konnte das Schullandheim Wellsdorf so etwa mit dem Moorerlebnispfad im Pöllwitzer Wald punkten und trägt so bereits mehrere Jahre das Gütesiegel. 56 Schlafplätze bietet das Haus, das zumindest im Keller noch auf den Grundmauern aus dem 17. Jahrhundert fußt und auf eine bewegte Zeit als Forsthaus der Fürsten Reuß, Sommerkolonie oder Kinderheim blickt, wie Leiterin Martina Hager erklärte, während sie beim Rundgang Einblicke in die Kreativ-, Schlaf- und Sanitärräume gewährte. „Wir sind selbst mit der Resonanz zufrieden“, hat Hager nicht mit einem Übernachtungsrückgang zu kämpfen. Rund 5000 sind es im Jahr, meist von Schulen, aber auch Chöre oder Seminargruppen überbrücken die Zwischenzeit, auch wenn die letzte große Sanierungsphase zwischen 1993 bis 1995 anstand. „Ich würde mir wünschen, dass wieder etwas investiert wird“, erklärte sie zur Mitgliederversammlung.

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