Rund 700 Gegner der Asylpolitik gehen in Gera auf die Straße

Gera  Der Thügida-Ableger "Wir lieben Gera" hatte erneut zur Kundgebung und Demonstration aufgerufen. Dagegen protestierten etwa 80 Menschen.

Thügida-Demo in Gera. Foto: Julia Schäfer

Thügida-Demo in Gera. Foto: Julia Schäfer

Foto: zgt

Am Sonnabend sind erneut Gegner der deutschen Asylpolitik in Gera auf die Straße gegangen, um für den "Erhalt kultureller Werte und Identität" zu demonstrieren. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl während der Kundgebung an der Vogelinsel auf rund 700. Anmelderin der Veranstaltung war erneut Sarah Schumann vom Thügida-Ableger "Wir lieben Gera".

Erster Redner war der Greizer David Köckert, Kreistagsmitglied für die NPD. Unter seinen Zuhörern waren auch Teilnehmer, die ein Plakat der Kleinpartei "Der III. Weg" trugen. Dabei sprach Köckert davon, dass er bei der "Wir lieben Gera"-Kundgebung keine Parteiabzeichen sehe. Das Bundesamt für Verfassungsschutz schätzt die Partei "Der III. Weg" als rechtsextrem und neonazistisch ein.

Köckert kündigte an, dass während der Kundgebung Unterschriften für die Einführung von Volksentscheiden gesammelt würden.

Nach ihm sprach Christian Bärthel aus Ronneburg, der in seiner Rede "seinen Freund Björn Höcke" lobte, der am Vortag bei einer AfD-Kundgebung in Gera klare Worte gefunden habe.

Ein weiterer Redner gab vor, im Namen des nicht-anwesenden SPD-Mitglieds Friedrich Patzelt zu sprechen. Er schloss seine Worte damit, dass er nicht zum Pack gehören wolle, das Pack sei auf der anderen Seite - dort, wo nach Angaben der Polizei rund 80 Gegendemonstranten standen.

Es waren zwei Gegenkundgebungen angemeldet: eine von der Initiative Aufandhalt von Peter Lückmann und eine von der Piratenpartei, angemeldet von Ernst-Dietrich Färber.

Insgesamt verliefen die Versammlungen laut Polizei störungsfrei. Die Polizei erstattete 8 Anzeigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Beleidigungen bzw. Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.

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