Saisonstart für die besonders Abgehärteten in Ostthüringen

Gera/Greiz/Schmölln  Auf den Campingplätzen im Osten Ostthüringens hat der Betrieb wetterbedingt recht verhalten begonnen. Die Betreiber hoffen auf wärmere Tage, aber Dauercamper kommen auch mit Minusgraden zurecht.

Saisonstart der Dauercamper auf dem Campingplatz auf dem Töpferberg in Clodra in Landkreis Greiz Foto: Angelika Munteanu

Saisonstart der Dauercamper auf dem Campingplatz auf dem Töpferberg in Clodra in Landkreis Greiz Foto: Angelika Munteanu

Foto: zgt

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Die Schatters aus Greiz haben sich in ihrem Wohnwagen auf dem Töpferberg bei Clodra inzwischen häuslich eingerichtet. „Für uns hat die Saison jetzt begonnen“, sagt der 86-jährige Roland Schatter. Das heißt: Daueraufenthalt im Wohnwagen mit Vorzelt bis zum Herbst. Einmal in der Woche nur geht es nach Hause nach Greiz zum Einkaufen und Blumengießen.

In die Campingsaison in Clodra wollten die Schatters eigentlich schon zu Ostern starten. Gründonnerstag war das Paar aus seiner Neubauwohnung ohne Garten und Balkon in der Kreisstadt auf den Töpferberg gekommen. „Da lag hier so hoch der Schnee“, deutete Roland Schatter die Spanne von etwa zehn Zentimetern zwischen Daumen und Zeigefinger an. Also reisten sie wieder ab. Andere waren gar nicht erst angereist. Doch jetzt ist für die Greizer die Saison angebrochen. Und Nächte lassen sich die hartgesottenen Dauercamper nicht kalt werden. „Dafür haben wir ja eine Heizung.“

Die Nachbarn auf dem kleinen Campingplatz, den Familie Roßbach neben ihrem Gasthaus auf dem Töpferberg betreibt, waren noch weniger hart in Nehmen. „Wir sind noch bei den Saisonvorbereitungen“, sagen Christa und Wilfried Schiffner aus Berga. Im Mai soll es dann so richtig losgehen für sie auf dem Töpferberg. Dort haben die erfahrenen Camper, die früher mit dem Wohnwagen bis Spanien gefahren sind, einen ihrer drei Wohnsitzen. „Den Winter verbringen wir in Spanien, auch in einem gemieteten Bungalow“, plaudert Wilfried Schiffner. Den Sommer dann auf dem Töpferberg. Den hatten sie vor etwa zehn Jahren zufällig auf einer Wanderung entdeckt. Im Vorjahr ist das Paar, das bis dahin in Zwickau zu Hause war, dann nach Berga gezogen, also gleich in die Nachbarschaft von Clodra. „Die Wohnung ist unser Rückzugsgebiet und der Campingplatz ist unser Garten“, sagen Schiffners und auch ihre Nachbarn. Die Camper auf dem kleinen Platz am Rande von Clodra schätzen die Natur rundum, den Wald und alles, was dort zu finden ist: Pilze und Beeren allerlei Art.

Einige Wohnmobile und sogar zwei Wanderer mit einem Zelt hatten zum Saisonbeginn dennoch Station auf dem Töpferberg gemacht. „Wir haben uns gewundert, das überhaupt welche gekommen sind“, sagt die Seniorchefin Astrid Roßbach. Die Hoch-Zeit beginnt für die meisten erst zu Himmelfahrt und Pfingsten. Außer den Dauercampern seien dann oft Holländer zu Gast, viele für ein bis drei Tage auf der Durchreise nach Süden, dank der Autobahnabfahrt Lederhose.

Angekündigt haben sich für den 21. Juni bereits 40 englische Jugendliche. „Das sind Studenten, die unterwegs sind auf einer Charity-Tour nach Prag“, weiß die Chefin. Auch wenige Kilometer entfernt auf dem Natur-Campingplatz in Weida hat die Saison recht ruhig begonnen. „Wir hatten für die Osterferien viele Nachfragen und dann wegen der Kälte viele Absagen“, berichte Uwe Reichelt, der gemeinsam mit Günter Kluge den Platz an der Aumatalsperre betreibt. „Jetzt geht es allmählich los“, sagt er. Ein Teil der 50 Dauerplätze ist inzwischen genutzt und auch die ersten Urlauber-Wohnmobile sind in Sicht. Himmelfahrt und Pfingsten wird auch in Weida Hochbetrieb sein, hofft Uwe Reichelt. Und für den 13. Juni, den deutschlandweiten Camping-Tag, haben die Platzbetreiber bereits Pläne.

„Ruhig angegangen“ ist die Saison auch auf dem Campingplatz Strandbad Aga. Für die Geraer Eisbader ist die Saison vor Kurzem zu Ende gegangen. Die der Camper aber noch nicht so richtig gestartet. „Es war bisher einfach zu kalt“, sagt der Seniorchef der Pachtanlage, Robert Helmert. Ein Drittel der 150 Dauercamper ist dabei, sich inzwischen häuslich im Sommersitz einzurichten. Aber so richtig los gehe es im Strandbad im Geraer Stadtteil Aga auch erst zum Männertag. Auch mit Badegästen ist im Moment noch nicht zu rechnen. „Wir sind aber bereit“, sagt Helmert. Für die Badegäste sei extra ein neues Floß gebaut worden.

Ganzjährig Saison herrscht hingegen im Erholungspark Pahna im Altenburger Land. „Gäste sind da“, sagt die Geschäftsleiterin Ute Weigel. Einige seien auch mit Zelt gekommen. „Wir waren allerdings froh, dass sie nach den kalten Nächten am Morgen wieder aufgestanden sind“, scherzte sie und hofft wie alle Touristiker der Campingbranche auf einen langen, trockenen, warmen Sommer.

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