Samtpfoten in Not: Neues Katzen-Freigehege für das Tierheim Weida

Weida  Das Weidaer Tierheim erhält 4600 Euro Lottomittel für den Bau eines Katzen-Freigeheges. Das wird transportabel, denn perspektivisch soll nach einem neuen und vor allem größeren Standort gesucht werden.

4600 Euro Lottomittel für ein Katzenfreigehege überbrachte Finanzministerin Heike Taubert (SPD) in dieser Woche dem Weidaer Tierheim. Foto: Marcel Hilbert

4600 Euro Lottomittel für ein Katzenfreigehege überbrachte Finanzministerin Heike Taubert (SPD) in dieser Woche dem Weidaer Tierheim. Foto: Marcel Hilbert

Foto: zgt

Das Weidaer Tierheim ist ein ziemlich kleines. Mit 25 Katzen und aktuell einem Hund in Pflege stößt man auf dem Areal zwischen Feuerwehr, Bauhof und dem Oschützbach bereits an seine Grenzen. Nachdem Tierheimleiterin Eva Bode vier und Mitarbeiterin Barbara Strohscher drei Fundkatzen bereits bei sich daheim umsorgen, musste vor etwa einer Woche sogar ein Aufnahmestopp ausgesprochen werden. Eine einsame „Notfallbox“ im Büro für akute Fälle steht noch bereit.

Das alles zeigt nicht nur wie klein, sondern vor allem auch wie wichtig das Weidaer Tierheim ist, wie rege es genutzt wird. Und so ist das Geld, das Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD) nun an die Tierschutz-Einrichtung übergeben durfte, Wertschätzung und Wachstumspille gleichermaßen.

Frischluft für Katzennasen

Denn mit Hilfe der 4600 Euro sogenannter Lottomittel kann das Tierheim sein neues Katzen-Freigehege fertigbauen. Eine Balkenkonstruktion am anderen Ufer des Oschützbaches gibt einen Ausblick, wohin die Reise gehen soll. „Das Gehege hat rund 15 Quadratmeter, es wird komplett geschlossen sein und über einen Steg mit dem Katzenhaus verbunden“, erklärt Barbara Strohscher. Nach der voraussichtlichen Fertigstellung im Februar sollen so auch die Katzen, die sonst nicht hinausdürfen, nach Belieben an die frische Luft gehen. Tierheimleiterin Eva Bode schätzt, das durch das neue Gehege dauerhaft fünf, sechs Katzen mehr im Tierheim unterkommen können.

Insgesamt kostet das Vorhaben rund 6000 Euro, mit 4600 Euro ist da ein gewaltiger Schritt gegangen. Der Rest, so Bode, werde über Spenden und Sponsoren aufgebracht. Sie, wie auch der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Maximilian Eitel, zeigten sich dankbar für die Zuwendung. Eitel dankte zudem der Stadt und ihren Vertretern, sowie dem derzeit vierköpfigen Tierheim-Team um Eva Bode, Barbara Strohscher, Helge Simbeck und Silke Rosenberg, die über das Projekt „Soziale Teilhabe“ neu dabei ist. „Ohne die Damen und die Hilfe der Stadt könnten wir das Tierheim nicht aufrechterhalten“, so Eitel.

Liebe allein reicht nicht

„Die Liebe zum Tier allein reicht leider nicht, um ein Tierheim zu betreiben“, sagte die Ministerin aus Ronneburg, die die Weidaer Einrichtung schon lange kenne. Sie wisse um die teils schwierige Situation der Thüringer Tierheime, versicherte Heike Taubert. Weidas Bürgermeister Werner Beyer (parteilos) unterstrich, dass es sich beim Tierheim trotz der Notwendigkeit um eine freiwillige Leistung der Stadt handele, weshalb er das Engagement des Tierschutzvereins noch einmal unterstrich.

Der 35 Mitglieder starke Verein feiert im September 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Das Katzen-Freigehege wird dann ganz sicher zu besichtigen sein. Ob ein anderes, laut Bürgermeister „schon jahrelang geplantes Vorhaben“, umgesetzt sein wird, ist offen. „Der Standort des Tierheims muss verändert werden“, sagte Beyer. Deshalb, so Tierheimleiterin Eva Bode, habe man das neue Freigehege transportabel geplant. Warum man sich nach anderen Objekten umschaut, liegt laut Bürgermeister auf der Hand: aus Platzgründen. Das Tierheim Weida ist eben ein ziemlich kleines.