Schnaufende Dampflok ist die fahrende Attraktion in Gera

Gera  Geraer Eisenbahnwelten begrüßten am Wochenende mehr als 800 Gäste auf dem Gelände des alten Lokschuppens 1.

Jörg Lode (l.) und Thomas Lautenschläger sind die Lokomotivführer vom Traditionsverein Halle, die zum Mitfahren im Führerstand der 031010 einluden.  

Jörg Lode (l.) und Thomas Lautenschläger sind die Lokomotivführer vom Traditionsverein Halle, die zum Mitfahren im Führerstand der 031010 einluden.  

Foto: Sylvia Eigenrauch

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Kein Kohlestaub oder Ölgeruch hielt wahre Fans am Wochenende zurück. Viele der reichlich 800 Gäste kletterten via Treppe auf die Dampflok 031010, die auf einer wenige hundert Meter langen Strecke unter der Geraer Eselsbrücke hin und her schnaufte.

Sie war die fahrende Attraktion der Lokomotivschau des Vereins Geraer Eisenbahnwelten, der das erste Mal vor den Lokschuppen 1 an der Robert-Fischer-Straße eingeladen hatte. Angesichts des kurzen Vorlaufs zeigten sich Vereinschef Steffen Pötzscher und sein Stellvertreter Björn Gnefkow mit der Resonanz der Besucher vollauf zufrieden.

Leuchtende Männeraugen

„Ich habe echt Respekt vor den Jungs“, meinte Alexander Staps beim Blick über das aufgeräumte Gelände. Der 25-Jährige war natürlich wie viele mit der Kamera gekommen und gestand, dass sein Vater, ein Eisenbahner, in ihm das Fieber entfacht habe. „In jedem Jungen steckt ein Eisenbahnfan“, sagte auch Ralf Lippold, der mit seinem Sohn Philipp von der Brücke aus die Dampflok entdeckt hatte. Weil sich Vereine untereinander unterstützen, hatte sich David Thärichen aus Meuselwitz mit seiner Familie auf den Weg nach Gera gemacht. Der 37-Jährige ist selbst Mitglied des Kohlebahnvereins Meuselwitz, der jeden Sonntag Fahrten anbietet. Vorgestern sollte der Meuselwitzer als Zugbegleiter Dienst tun. „Auch wenn es vielleicht ein bisschen einfach hier aussieht, Ich weiß, was für ein Aufwand dahintersteckt und wo überall Vereinsmitglieder eingesetzt sein müssen“, sagte er.

„Ich brauche nicht mehr mitfahren“, meinte Klaus Kratzsch aus Gößnitz mit einem Lächeln. Der 70-Jährige hatte von 1965 bis 1991 auf dem Geraer Bahnhof gearbeitet. Dagegen hat sich Thomas Vostatek mit seiner Mitgliedschaft im Verein Eisenbahnwelten einen Traum erfüllt, wie er sagt. Seit Februar gehört er dazu und als früherer Jenaer schwärmt er für Gera. „Ich liebe diese Stadt und versuche vielen die Augen zu öffnen“, erzählte er begeistert vom neuen Hobby.

Mehr Fotos: www.otz.de/gera

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >