Schöne Ecken, Schandflecken: Grundschüler als Detektive in Eisenberg unterwegs

Eisenberg  Mit der Kleinstadtmanufaktur sind Martin-Luther-Grundschüler Licht- und Schattenseiten in ihrem Schulumfeld auf der Spur.

Die  Schüler der Hortgruppe der Klasse 2a der Martin-Luther-Grundschule Eisenberg sind als Stadtteildetektive unterwegs. Sie wollen schöne und negative Dinge, die verändert werden sollten, in ihrem Schul- und Wohnumfeld aufdecken. Orientierung gibt ihnen eine Karte.

Die  Schüler der Hortgruppe der Klasse 2a der Martin-Luther-Grundschule Eisenberg sind als Stadtteildetektive unterwegs. Sie wollen schöne und negative Dinge, die verändert werden sollten, in ihrem Schul- und Wohnumfeld aufdecken. Orientierung gibt ihnen eine Karte.

Foto: Angelika Munteanu

Mit Detektivausweisen, Stadtkarten, grünen und roten Luftballons haben sich die Hortkinder der Klasse 2a der Martin-Luther-Grundschule auf die Pirsch gegeben. Gemeinsam mit Theresa Grimm und Niels Jüngling, den Master-Studenten von der Eisenberger Kleinstadtmanufaktur, waren die Kinder als Stadtteildetektive unterwegs, um ihr Schul- und Wohnumfeld genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die grünen Luftballons hatten sie dabei, um alles damit zu markieren, was sie schön finden im Stadtgebiet zwischen Schule und Saasaer Straße. Und das war jede Menge: Grüne Luftballons gab es beispielsweise für die BMX-Bahn und für den Bolzplatz, wo es sich herrlich spielen lässt. Denn an einem weitläufigen grünen Freigelände an der Grundschule fehlt es.

Für die auf dem Schulweg hilfreiche Verkehrsinsel für Fußgänger auf der Saasaer Straße gab es einen grünen Ballon. Auch das lustige Graffito auf dem Elektrohäuschen der Energieversorgung in der Saasaer Straße finden die Kinder toll. Nele und Niels Jüngling wechselten auf ihrer Detektivtour extra noch einmal die Straßenseite, um am Geländer vor dem Häuschen einen großen grünen Luftballon anzubringen.

Grüne Ballons gab es von den Kindern natürlich auch für das Stadion, wo sie regelmäßig zu Gast sind zu Sport und Spiel, und für das Freibad gleich nebenan. Aber auch rote Luftballons haben die Hortkinder reichlich verteilt – dort, wo es aus ihrer Sicht noch manches zu verbessern gibt.

Charlotte ärgert sich zum Beispiel besonders über den Zustand der bei den Kindern beliebten Freizeitanlagen: „Da liegt überall Müll rum“, stellten sie auch die anderen Kinder fest – und gaben der beliebten BMX-Bahn und den Bolzplatz zu grünen Luftballons auch gleich noch rote dazu. Ondrej ärgert sich vor allem „über Glasscherben, die herumliegen und mit denen man sich die Reifen vom Fahrrad kaputt fahren kann“.

Und Nele findet es nicht gut, wenn auf den Freizeitplätzen die kleinen Kinder von den großen geärgert werden. Auch die wilden Graffitischmierereien an Mauern und Wänden finden die Schüler der Klasse 2a überhaupt nicht schön.

Bilddokumentation für den Bürgermeister

„Mangelnde Sauberkeit ist ein großes Thema in Eisenberg – nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für die Kinder“, stellten Theresa Grimm und Niels Jüngling von der Kleinstadtmanufaktur fest. Birgit Redenius-Meier, die Erzieherin der 2a, räumt aber ein, dass auf dem Bolzplatz schon mehr Müll herumgelegen hatte als zur Tour der Stadtteildetektive: „Da muss zwischenzeitlich schon einmal jemand aufgeräumt haben.“

Die kleine Jana forderte auf dem Rundgang: „Da muss sich was verbessern.“ Und: „Die Stimmen der Kinder müssen gehört werden.“

Um sich Gehör zu verschaffen, haben die kleinen Stadtteildetektive ihre Entdeckungstour zwischen den Wohnhäusern und der Schule mit dem Fotoapparat dokumentiert. Ausgestattet mit Sofortbildkameras von der Kleinstadtmanufaktur wollen die Hortkinder ihre Dokumentation in diesen Tagen noch erweitern. Ihre Fotoschau wollen die Kinder dem Bürgermeister übergeben – und sie soll in der Kleinstadtmanufaktur im Steinweg ausgestellt werden.

Ehe die kleinen Stadtteildetektive ihre Tour im Schul- und Wohnumfeld unternahmen, waren sie zur Vorbereitung im Hort auf eine Fantasiereise gegangen. Diese Reise führte in die Stadt ihrer Träume. Dort leben viele Tiere, ist es schön grün, sehr sauber und es fahren nur wenige Autos in den Straßen. „Mit dieser Fantasiereise sollte in den Kindern das Bewusstsein dafür geweckt werden, mit offenen Augen durch ihre Stadt zu gehen“, erläutert Birgit Redenius-Meier.

Die Überreste ihres Stadtspaziergangs wollen die Kinder heute wieder einsammeln: das, was von den grünen und roten Luftballons auf den Wegen zwischen Luther-Grundschule und Saasaer Straße übrig geblieben ist. Die ersten Luftballons seien schon von jugendlichen Schülern mitgenommen oder zerstochen worden, noch ehe die Hortkinder von ihrem Spaziergang zurückgekehrt waren, berichtete die Erzieherin später.