Seltene Rückmeldung für Beringer

Dreba  Markierte Bekassine in Marokko erlegt

Mit ihrem etwa sieben Zenti­meter langen Schnabel stochert die Bekassine im Teichboden nach Weichtieren, um ihr Fettdepot für den Weiterflug zu ergänzen.

Mit ihrem etwa sieben Zenti­meter langen Schnabel stochert die Bekassine im Teichboden nach Weichtieren, um ihr Fettdepot für den Weiterflug zu ergänzen.

Foto: Jürgen Auerswald

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In den vergangenen 25 Jahren hat Jürgen Auerswald, Naturschützer im europäischen Vogelschutzgebiet des Teichgebietes Dreba-Plothen, im Rahmen eines einmaligen Beringungsprogramms der Vogelwarte Hiddensee zirka 1400 Bekassinen markiert. Das Beringen von Zugvögeln gibt Aufschluss über Wanderungsbewegungen und das Verhalten von einzelnen Vögeln über einen großen Zeitraum. Die Bekassine gehört zu den Schnepfenvögeln und benötigt Moore und Feuchtwiesen als Lebensraum. In Europa gehen die Bestände aufgrund von Lebensraumverlusten zurück.

„In unserem Gebiet ist die Bekassine als Brutvogel als ausgestorben zu betrachten, sie treten nur noch als Durchzügler überwiegend aus Osteuropa auf“, sagt Auerswald. Von den bisher etwa 40 ausländischen Rückmeldungen eines von ihm beringten Exemplars liege nun die erste eines einjährigen Vogels vor, der sein Winterquartier in Marokko hatte. Die Jungvögel zögen eigentlich nicht so weit. „Während die Altvögel an der Atlantikküste in Frankreich den Winter verbringen und dort hoffen, den Kugelhagel der Jäger zu überstehen, um nicht im Kochtopf zu landen“, so Auerswald.

„Wir freuen uns Ihnen Mitteilung über den Wiederfund eines Ihrer beringten Vögel machen zu können und bitten gegebenenfalls um die Übermittlung der Wiederfunddaten an Ihren Beringerkollegen“, heißt es in der entsprechenden Mitteilung der Beringungszentrale Hiddensee vom 23. März 2019. Demnach wurde das Tier am 24. September 2016, 17 Uhr, vier Kilometer süd-südwestlich von Dreba durch Auerswald beringt.

Der Wiederfund geschah dann am 4. Januar 2018 zwei Kilometer westlich von Tazroute im nordafrikanischen Marokko. „Damit gibt es einen Wiederfund dieses Vogels in unserem Archiv!“, so das Schreiben weiter. Dabei wird es auch bleiben, denn unter „Status“ ist vermerkt: „Geschossen am Funddatum“. Es gebe noch große Defizite im länderübergreifenden Vogelschutz aus dem Weg zu räumen, erläutert Auerswald und fügt an: Alle bisherigen Rückmeldungen über von ihm markierte Tiere sind auf Abschüsse zurückzuführen.

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