Teil der Ernte fällt ins Wasser

Ferienkinder besuchen die Teichwolframsdorfer Agrar GmbH, die mit der diesjährigen Wetterlage hadert.

Gerd Halbauer, Chef der Teichwolframsdorfer Agrar GmbH, konnte am Donnerstagmorgen die Ferienkinder der Goetheschule aus Greiz auf seiner Milchviehanlage begrüßen.

Gerd Halbauer, Chef der Teichwolframsdorfer Agrar GmbH, konnte am Donnerstagmorgen die Ferienkinder der Goetheschule aus Greiz auf seiner Milchviehanlage begrüßen.

Foto: zgt

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Teichwolframsdorf. 800 Rinder, 7000 Liter Milch am Tag, eine Wirtschaftsfläche in der Größe von tausend Fußballfeldern – mit diesen beeindruckenden Zahlen begrüßte Gerd Halbauer gestern rund 40 Ferienkinder der Goetheschule auf der Milchviehanlage in Teichwolframsdorf. Damit konnte sich der Geschäftsführer der Teichwolframsdorfer Agrar GmbH der Aufmerksamkeit der Greizer Grundschüler sicher sein. Halbauer führte die jungen Besucher bei leichtem Nieselregen durch das Gelände, vorbei an den Ställen, den großen Milchtanks bis hin zur Biogasanlage. Magnet für die Erst- bis Viertklässler waren die jungen Kälber, die sich sogar streicheln ließen. Aber auch die Milchkühe imponierten.

"Die Milchproduktion läuft gut, auch zu derzeit ganz moderaten Preisen", verriet der Landwirt im Anschluss an den Schulbesuch. Sorge bereite ihm allerdings die Getreideernte. "Wegen der Wetterlage in diesem Jahr sind die Erträge doch ziemlich bescheiden ausgefallen", so Halbauer. Die Menge der Wintergerste etwa, die Anfang Juli geerntet wurde, belief sich auf 58 Dezitonnen und läge damit 20 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Grund dafür sei das trockene Frühjahr gewesen.

Was im Frühjahr fehlte, ist jetzt zuviel: der Niederschlag. Zurzeit steht die Rapsernte an, allerdings wird diese immer wieder durch die Regenschauer unterbrochen. "Am Mittwoch waren wir bis um 2 Uhr nachts auf den Feldern, dann hat es zu regnen angefangen", sagt Gerd Halbauer. "Leider sind wir nicht fertig geworden." Auch beim Rapsertrag liege man in diesem Jahr mindestens 20 Prozent unter dem Durchschnitt. Auch hier ist das Wetter Schuld, allerdings das von vor einem Jahr: "Raps sollte im August ausgesät werden. Im vergangenen Jahr war das aber wegen des nassen Augusts nicht möglich", so der Geschäftsführer weiter. Einzig die Grassamen-Ernte Ende Juli sei mit 14 Doppelzentnern einigermaßen zufriedenstellend gelaufen.

Da aber nicht nur im Teichwolframsdorfer Agrar-Betrieb die Ernteerträge rückläufig sind, könnte man zumindest vermuten, dass die Preise für das Getreide ansteigen. "Das stimmt, mit dem Getreide erzielen wir zurzeit einen relativ guten Preis", bestätigt Halbauer, schränkt aber gleich ein: "Die Ausfälle können wir damit aber nicht kompensieren." Gerade beim Futtermittel für das Milchvieh, das zugekauft werden muss, stiegen die Preise schließlich ebenfalls. Und auch Düngemittel sei zwischen 30 und 50 Prozent teurer geworden.

Trotz dieser negativen Tendenz lohne sich der Getreideanbau, so Halbauer, "sonst würden wir ihn nicht betreiben." Und so blickt der Landwirt optimistisch nach vorn. "Nachdem wir den Rest des Rapses geerntet haben, warten dann auch schon Weizen und Gerste." Beide Sorten seien reif und müssten nun schleunigst eingeholt werden. Kommentar

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