Thüringer Sozialprojekt „Thinka“ vermittelt zwischen den Welten

Florian Dobenecker
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Oftmals organisieren die Thinka-Mitarbeiter Sprachunterricht für Migranten. Archiv-Foto: Alexander Volkmann

Oftmals organisieren die Thinka-Mitarbeiter Sprachunterricht für Migranten. Archiv-Foto: Alexander Volkmann

Foto: zgt

Erfurt  Die Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung bringt Helfer und Hilfsbedürftige an einen Tisch.

Etwa 17 Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien trainieren in Artern beim Sportverein AC Germania. Dabei lernen die jungen Menschen nicht nur Disziplin und Teamgeist kennen. Sie sammeln Erfahrungen, kommen in Kontakt mit der deutschen Mentalität und lernen, was es heißt, einbezogen zu werden. In Gera stellen Flüchtlinge in Vorträgen ihre ursprüngliche Heimat vor. Berichten von ihrer Flucht und sensibilisieren dadurch die Menschen vor Ort. Und in Sonneberg geben ehemalige Deutschlehrerinnen ehrenamtlich Sprachunterricht, um Kommunikationsschwellen abzubauen sowie Verständnis zu befördern. Der AC Germania und die beiden anderen Beispiele stehen als Stellvertreter für eine Vielzahl von Akteuren, die es in ganz Thüringen gibt und die durch die Vermittlung der Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung (Thinka) Flüchtlinge in den Alltag integrieren – die Willkommenskultur leben.

Alle Bürger können bei Thinka um Hilfe bitten

Die Thinka tritt dabei als Vermittler auf, als Lotse zwischen Akteuren wie dem Sportverein, der helfen will, und den Leuten vor Ort, die Hilfe benötigen. Allerdings richtet sich die Initiative nicht nur an Flüchtlinge. Alle Bürger, die Beistand benötigen, sind in den 13 Thinka-Regionalbüros in ganz Thüringen willkommen. „Wir kümmern uns dort auch um Schuldenberatung, helfen, wenn Behördengänge anstehen und schreiten ein, wenn es Probleme mit dem Vermieter gibt,“ erklärt Jaqueline Lange, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin Langbein die Projekte koordiniert.

Lokalisiert sind die Stadtteilbüros der Initiative immer in sozial schwächeren Gebieten, in sogenannten Problemquartieren. Von dort aus agieren jeweils zwei regionale Mitarbeiter und versuchen alle Menschen, Vereine, Firmen und Projekte in der Umgebung mit ins Boot zu holen. „Man muss sich das Stadtteilbüro als Zentrum eines Spinnennetzes vorstellen. Vom Zentrum aus verbinden und vernetzen wir alle Akteure“, so die Projektkoordinatoren. „So konnten wir in vielen Bezirken gemeinsame Aktionen wie einen Frühjahrsputz ins Leben rufen. Dabei werden die Bewohner mitgenommen und werten zugleich das Viertel in dem sie leben auf, lernen sich kennen und versuchen einander zu verstehen.“ Bis Ende 2017 wird das Thinka-Projekt noch durch den Europäischen Sozialfonds und den Armutspräventionsfonds gefördert. Dann muss sich das Projekt erneut für die Förderung bewerben, um weiterhin Aktionen zu realisieren, wie das Wunschbaumprojekt, mit dem benachteiligten Kindern Weihnachtswünsche erfüllt werden.

Mehr Infos unter: www.inka-thueringen.de