Tradition auf dem Tempelwald: 1.FC Greiz will Verein des Jahres werden

Greiz  Der 1. FC Greiz ist der größte Fußballverein in der Residenzstadt und einer der mitgliederstärksten in der Region. In vier Jahren steht ein großes Jubiläum an. Ob dieses erreicht wird, ist aber nicht sicher.

Tobias, Pepe und Henry (von links/vorn) sind die nächste Generation des 1. FC Greiz. Alexander Bauch, Jürgen Bähringer und Stefan Sagan (von links/hinten) sind stolz auf den Nachwuchs. Foto: Patrick Weisheit

Tobias, Pepe und Henry (von links/vorn) sind die nächste Generation des 1. FC Greiz. Alexander Bauch, Jürgen Bähringer und Stefan Sagan (von links/hinten) sind stolz auf den Nachwuchs. Foto: Patrick Weisheit

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Der 1. FC Greiz hat sein 100-jähriges Bestehen schon fest vor Augen, denn im Jahr 2020 wäre es soweit.

Angefangen hat alles als die Fußballspieler der Greizer Turnerschaft am 12. Mai 1920 einen eigenständigen Verein, den 1. FC Greiz, gründeten. Die ersten Erfolge stellten sich rasch ein, so dass der Verein 1926 die Gaumeisterschaft und 1930 die Osterlandmeisterschaft gewann.

Kurze Zeit später rückte der Tempelwald in den Fokus des Vereins. Mit Hilfe von Arbeitslosen und unter Beteiligung der Greizer Fußballanhänger entstand dort in den Jahren 1931 und 1932 eine vereinseigene Spielstätte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der 1. FC Greiz aufgrund einer Direktive der Besatzungsmächte im Jahre 1945 aufgelöst. Im Jahr 1949 wurde dann die BSG Vorwärts Greiz gegründet. Bis 1955 gab es mehrere Umstrukturierungen und Fusionen, bis schließlich 1959 mit der Zusammenlegung der Betriebssportgemeinschaften Chemie und Textil längerfristig die BSG Fortschritt Greiz gebildet wurde. Nur drei Jahre später gelang der Aufstieg in die zweite DDR-Liga.

Über die ISG zurück zum 1. FC Greiz

Zwischen 1972 und 1986 war Greiz ständig in der Bezirksliga Gera vertreten, mit Ausnahme der beiden zweiten Plätze 1968 und 1973 meist in der unteren Tabellenhälfte angesiedelt. Nach einer erneuten Fusion 1988 entstand die Industriesportgemeinschaft (ISG) Greiz, die die letzte Bezirksligasaison des DDR-Fußballspielbetriebes 1990 mit Platz 5 beendete.

Die Mitglieder der Sektion Fußball der ISG gründeten daraufhin noch 1990 den Verein FC Greiz, der am 30. September 1994 seinen traditionellen Namen 1. FC Greiz annahm. Von 1991 bis 1997 spielten die Greizer in der Landesliga Thüringen. Im Jahr 2011 wurde der 1.FC/Chemie Meister der Regionalklassenstaffel 1 und stieg damit in die siebtklassige Landesklasse Ost auf, wo die erste Mannschaft bis heute spielt.

Ebenfalls im Jahr 2011 rief der 1. FC Greiz eine Frauenmannschaft ins Leben, die mittlerweile in der Landesklasse Ost spielt.

„Der Verein hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, wie sie viele ehemalige DDR-Vereine erlebten“, sagt Stefan Sagan, Pressereferent des 1. FC Greiz.

Gleichzeitig aber habe der Verein auch immer neue Akzente gesetzt und sein Portfolio erweitert, was auch die Gründung der Frauenmannschaft oder die intensive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eindrucksvoll belegen.

Jubiläumsfeier steht auf Messers Schneide

In knapp dreieinhalb Jahren würde der 1. FC Greiz 100 Jahre alt werden. „Wir freuen uns bereits auf das große Jubiläum. ­Allerdings müssen wir uns ernsthaft fragen, ob es unseren Verein bis dahin noch gibt“, sagt der Vereinsvorsitzende Frank Brettfeld mit Blick auf die permanent angespannte Finanzlage des Vereins.

Der Verein sei seinen kleinen und mittleren Sponsoren sehr dankbar, da diese maßgeblich daran beteiligt seien, dass noch immer Fußball auf dem Tempelwald gespielt werden könne. „Allein mit Mitgliedsbeiträgen sind unsere enormen Ausgaben nicht zu stemmen. Wenn ich allein daran denke, dass wir eine Wasserrechnung im fünfstelligen Bereich haben, erkennt man wie wichtig unsere Sponsoren sind“, betont Brettfeld.

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