Vermächtnis soll helfen Osterburg zukunftsfähig zu machen

Weida  Die „Osterburg Stiftung“ freut sich über ein Vermächtnis, mit dem sie die Vision Wissensschloss forcieren will

Annett Linke (l.) von der „Osterburg Stiftung zu Weida in Thüringen“ und Kuratoriumsvorsitzende Bettina Gunkel begrüßen Projektleiter Steffen Geßner am Wirkungsort.

Annett Linke (l.) von der „Osterburg Stiftung zu Weida in Thüringen“ und Kuratoriumsvorsitzende Bettina Gunkel begrüßen Projektleiter Steffen Geßner am Wirkungsort.

Foto: Christine Schimmel

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Über ein Vermächtnis in Höhe von 150 000 Euro freuen sich die Mitstreiter der „Osterburg Stiftung zu Weida in Thüringen“. Der in Weida geborene und kürzlich verstorbene Sohn des ehemaligen Besitzers der Lederfabrik Franz Prasse, Arndt Prasse, hat das Geld der Stiftung zur laufenden Verwendung vermacht. Bereits zu Lebzeiten spendete er mehrfach größere Summen, die jedoch im ­unantastbaren Stiftungsstock gebunden sind.

„Das ist die bisher größte Zuwendung dieser Art“, ist bei der Kuratoriumsvorsitzenden Bettina Gunkel die Freude groß. Ihr, die als Hauptamtsleiterin in der Stadtverwaltung Weida arbeitet, würden auf Anhieb etliche Projekte einfallen, in denen das Geld gut angelegt wäre. „Doch wir werden versuchen, mit Hilfe von Fördermitteln mehr aus diesem Geld zu machen“, sagt sie.

Nur dem Stiftungszweck verpflichtet

„Unsere Stiftung ist gemeinnützig und ihrem Stiftungszweck verpflichtet, der da heißt: Förderung der Osterburg und der Stadt Weida“, betont Annett Linke. In ferner Zukunft sieht sie die Übernahme der Burg unter die Fittiche der Stiftung, doch auch der Stadt Weida ist bewusst, welch horrende Unterhaltsleistungen da auf sie zukommen. Also will man gemeinsam alles Schritt für Schritt angehen. Von der Stadt beauftragt, die Idee des Wissensschlosses zu entwickeln, war die Stiftung bisher nicht über die Erstellung des Konzeptpapieres hinaus gekommen. „Wir glauben, dass das Wissensschloss ein tragfähiges Konzept ist, für das es Bedarf gibt und wenig Konkurrenz“, betont Linke das Dranbleiben an der Vision, in der die Osterburg als touristisches Ziel erhalten bleibt und mit dem Wissensschloss an der Seite den Schritt in die Zukunft schafft.

Das nun der Stiftung vermachte Geld gibt dem Vorhaben wichtige Rückendeckung. „Jetzt können wir den baulichen und inhaltlichen Ist-Zustand gründlich analysieren lassen, aus dem wir Maßnahmen und Kostenschätzungen ableiten, die unsere Konzeption unterstützen“, verrät Annett Linke und spricht von einer Analyse bis Ende diesen Jahres. Natürlich sind sie und Bettina Gunkel sich bewusst, dass es bis zum Ziel Wissensschloss mit pädagogisch-wissenschaftlichen Ausstellungen, der Unterbringungsmöglichkeit von Schulklassen und passender Gastronomie noch ein weiter Weg ist.

Analyse und Konzept als erster Schritt

In Teilabschnitten wird man weiter darauf hinarbeiten. Ein erster Schritt ist jetzt die Bestellung eines Projektleiters für die Analyse, der bereits in den Startlöchern sitzt. Steffen Geßner soll in vorerst anderthalb Jahren die Analyse und die darauf fußende Konzepterstellung übernehmen. Momentan warten er und die Stiftung noch auf Bewilligung des Förderantrages für die Stelle. Denn zwar ist die Stiftung durch das große Geldgeschenk liquide, doch das spricht nicht gegen die Beantragung von Mitteln aus dem Bundesförderprogramm „LandKultur – Projekte zu Kultur und Teilhabe in ländlichen Räumen“.

Der 39-Jährige Steffen Geßner, Betriebswirtschaftler und seit 2004 Dozent an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach (DHGE), lebt in Gera. „Meine Frau stammt aus Weißig, die Region und die Osterburg sind mir also vertraut“, sagt er und freut sich auf die an ihn heran getragene Aufgabe. Nun hofft er gemeinsam mit Annett Linke und Bettina Gunkel auf die Ergebnisse der Analyse, die die Weichen stellen soll für eine Investition in die Zukunft.

„Statt kurzfristigen Aktionismus wollen wir das Gesamtensemble Osterburg langfristig zukunftssicher machen“, sagt Linke. Sie erzählt auch von Gesprächen mit institutionellen Stiftungen, die dem Vorhaben Vorschub leisten könnten. Doch auch für diese Partner müssten Konzept und Finanzierungsüberblick zum Wissensschloss stehen. Und genau darauf ist jetzt der Projektleiter angesetzt. Er soll auch Verbindungen zu Schulen, Kindergärten und Bildungseinrichtungen knüpfen, um die dort entstehenden Bedarfe an wissenschaftlichen und methodisch aufbereiteten Museumsnutzungen abzufragen. Schließlich will die „Osterburg Stiftung zu Weida in Thüringen“ nicht an den Wünschen derjenigen vorbei konzipieren, die das Wissensschloss und die Osterburg Weida künftig besuchen und damit am Leben halten sollen.

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