Verrückte Aktion bei Ronneburg: Drohne holt abgestürzte Kameradrohne aus Förderturm

Löbichau  Im Rahmen eines Videofluges über das Altenburger Land mit einer Drohne hatte ein Urlauber Anfang September 2015 großes Pech. Seine Kameradrohne stürzte in die Verkleidung eines Förderturmes.

Rettung einer Drohne durch eine Drohne aus einem alten Förderturm bei Ronneburg.Die abgestürzte Drohne (roter Kreis) hängt am Seil (Pfeil) der zweiten Drohne. Foto: Uwe Kretzschmar

Rettung einer Drohne durch eine Drohne aus einem alten Förderturm bei Ronneburg.Die abgestürzte Drohne (roter Kreis) hängt am Seil (Pfeil) der zweiten Drohne. Foto: Uwe Kretzschmar

Foto: zgt

Beim Überfliegen eines Förderturmes in Löbichau bei Ronneburg mit einer Kameradrohne „Phantom 3“ stieß diese durch eine kurze Unachtsamkeit des Piloten mit dem Geländer des Förderturmes zusammen und stürzte in die Verkleidung einer großen Seilscheibe, berichtet Uwe Kretzschmar im Internetportal Kopterforum.

Unterstützung bekam der Urlauber bei der Bergung seiner Drohne vom Team der Firma Flying-pixx in Schmölln, nachdem er im Kopterforum um Hilfe bei regionalen Drohnenfliegern gebeten hatte. Bei einer ersten Bestandsaufnahme mit einer Kameradrohne von Flying-pixx wurde die Lage erkundet und das abgestürzte Gerät lokalisiert.

Mehrere Rettungsversuche wurden diskutiert, unter anderem die Rettung mit einer Drehleiter der Feuerwehr oder der Aufstieg eines Industriekletterers. „Die zu erwartenden Kosten lagen aber über dem Zeitwert der Kameradrohne“, schreibt Kretzschmar.

Dann wurde die verrückte Idee geboren, mit einer Drohne und einem Seil den Phantom 3 aus der Verkleidung heraus zu „angeln“ und so zu bergen. Ein etwa 20 Meter langes Seil wurde an einen Copter montiert, am Ende ein Haken, eine separate Kamera sowie ein zugehöriger Akku angebracht. Geprobt wurde das Ganze dann mit einer Wasserflasche, die mit dem 20 Meter darüber fliegenden Copter angehoben werden sollte. Nach mehreren Versuchen habe es funktioniert.

Um beim möglichen Verhaken des Seils am Förderturm nicht auch noch den zweiten Copter einzubüßen, wurde eine Vorrichtung angebaut, mit der mittels Funk das Seil jederzeit gelöst werden konnte. Am Tag der Rettungsaktion war es windig. Das erschwerte die Aktion erheblich.

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Die Aufgabe bestand also darin, aus etwa 70 Metern Höhe ein 20 Meter langes Seil mittels Drohne in die Verkleidung der Seilscheibe abzusenken, den verunglückten Copter an den Haken zu bekommen, ihn durch den schmalen Schacht der Verkleidung hochzuziehen und dann sicher zu landen. Zwei Akteure waren beteiligt: Copterpilot Angelo Felchle und der Assistent, der die Kamera am Haken beobachtet, und Steueranweisungen an den Piloten gibt.

Ein erster Versuch war notwendig, um die genaue Höhe festzulegen, bei der der Copter gefahrlos mit Seil über den Turm schwebt. Dann der zweite Versuch... nach 7 bis 8 Minuten kam der erlösende Ruf: „Wir haben ihn“. Der Quadcopter hing am Haken, pendelte, verhakte sich noch einmal kurz an der Seilscheibe und dann war er über dem Förderturm zu sehen und konnte zum Boden abgesenkt werden.

Der Schaden an der abgestürzten Drohne war gering, nur ein Propeller defekt, schreibt Uwe Kretzschmar, und lobt die Leistung der beiden Akteure des Teams von Flying-pixx.

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