„#WannWennNichtJetzt“-Tour macht in Saalfeld Station

Saalfeld  Für September sind Lesungen, Workshops, Demonstrationen und Konzerte geplant. Politische Botschaft im Mittelpunkt

„Ich hab‘ keinen Bock mehr auf die Scheiße!“ Mit diesem drastischen Ausruf begründete ein Besucher sein Erscheinen zum offenen Info-Vortrag über die Kampagne „#WannWennNichtJetzt“ am Mittwochabend im Saalfelder Klubhaus der Jugend. Er meinte damit die zunehmende Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz, die sich in den jüngsten Wahlergebnissen, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern, widerspiegelten.

Rund 20 politisch Interessierte und Engagierte aus Saalfeld und Jena versammelten sich am Abend in einer gemütlichen, kleinen Runde, um sich mit Gleichgesinnten über die Thematik auszutauschen. Zunächst stellten die Veranstalter – verschiedene Organisationen, Bündnisse und Einzelpersonen – das Projekt kurz vor.

Vor den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen organisiert „#WannWennNichtJetzt“ eine Marktplatz- und Konzerttour in neun Städten, von denen Saalfeld der einzige Standort in Thüringen sein wird. Am 21. September sollen in der Innenstadt tagsüber Lesungen, Demonstrationen und Workshops rund um Themen wie Antifaschismus und Antirassismus stattfinden. Abends sind Konzerte mit lokalen und überregional bekannten Bands geplant. Ein bekannter Headliner soll zwar Aufmerksamkeit erregen, doch die musikalische Darbietung sei nur zweitrangig. Im Vordergrund stehe die politische Botschaft, die mit der Veranstaltungsreihe vermittelt werde, heißt es.

Veranstaltungstermin ist der 21. September

Die Schwerpunkte der Events werden je nach Dringlichkeit vor Ort individuell gesetzt. Hauptsächlich ist es den Organisatoren wichtig, ein Zeichen gegen den wachsenden Rechtsruck in Ostdeutschland zu setzen. Zu diesem Zweck sollen Themen wie der Mauerfall auch von linker Seite aufgearbeitet werden, da dies bisher in zu geringem Maße geschehe. Außerdem sollen Bewohnern neue Perspektiven geboten sowie in den betroffenen Bundesländern „die solidarische Gesellschaft auch jenseits der Metropolen sichtbar gemacht werden“. Nur so könne man aufzeigen, dass auch in der Provinz Menschen leben, die sich einsetzen. „Macht was, werdet aktiv!“, lautet die Devise.

Bereits während des ersten offenen Info-Vortrags tauschten die Besucher Gedanken und Vorschläge in einer angeregten Diskussionsrunde aus. Die Kampagne sei absolut notwendig, denn die bundespolitische Lage gehe alle etwas an, hieß es. Dennoch sei es eine große Herausforderung, mit den Aktionen eine breite Masse der Bevölkerung anzusprechen. Daher sei es notwendig, vor allem Unentschlossene und Nichtwähler politisch zu interessieren, zu sensibilisieren sowie schlichtweg zum Nachdenken zu bringen. Zu diesem Zweck wollen die Veranstalter auch lokale Akteure und unpolitische Vereine in der Kreisstadt einbinden, um diese als Fürsprecher und Unterstützer für die Kampagne zu gewinnen. Davon abgesehen findet diese an zentral öffentlichen Plätzen statt, um ein besonders diverses Publikum anzusprechen. Somit soll verhindert werden, dass die Veranstaltung nur szenenintern bleibt.

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