Welat Gedik, der Paganini Pößnecks, begeistert auf Burg Ranis

Ranis  Genießer treffen sich zum Salon-Abend mit jungen Musikern und dem Schriftsteller Marko Kruppe beim Verein Lese-Zeichen

Der Schriftsteller Marko Kruppe im Zusammenspiel mit dem Musiker Stephan „Recke“ Kretschmann in den Räumlichkeiten des Lese-Zeichen e. V. auf Burg Ranis.

Der Schriftsteller Marko Kruppe im Zusammenspiel mit dem Musiker Stephan „Recke“ Kretschmann in den Räumlichkeiten des Lese-Zeichen e. V. auf Burg Ranis.

Foto: Marko Kruppe

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Die Literatur- und Kunstburg Ranis ist nicht nur regional durch die monatlich stattfindenden literarischen Veranstaltungen bekannt. Die Thüringer Literatur- und Autorentage bereiten der Veste einen bundesweit guten Ruf. Für all das zeichnet bekanntermaßen der Lese-Zeichen e. V. verantwortlich. Hin und wieder kooperiert der Verein mit anderen Kulturinitiativen, auch um die von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gemieteten Räumlichkeiten besser auszulasten. Zu einer solchen Kooperation war es am Samstag wieder gekommen. Outbird, ein junges Kreativunternehmen aus Gera, veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Kulturverein Corvus aus Pößneck einen Salon-Abend, der zukünftig regelmäßig stattfinden soll.

Den Auftakt machte die achtjährige Charlotte Frensen, die vor gut dreißig Zuhörern zwei Stücken am Klavier spielte und damit von Anfang an für Begeisterung sorgte. Anschließend faszinierte Abby Engel mit drei selbst komponierten Songs das Publikum. Die tiefgehende Stimme der sechzehnjährigen Gymnasiastin aus Pößneck sorgt bei all ihren Auftritten für Melancholie in den Gesichtern ihres Zuhörer. Geschlossene Augen, genießende Gesichter, die die Berührungspunkte des Inneren durch Abby Engels Stimme nach außen tragen, waren auch diesmal deutlich zu sehen.

Den krönenden Abschluss des ersten Programmteiles spielte der „Paganini Pößnecks“, wie es im Publikum nach dem ersten Stück an der Geige hieß: Welat Gedik. Einige Zuhörer kannten den elf Jahre jungen Schüler schon und waren extra seinetwegen auf der Burg. Andere lernten seine Virtuosität erst kennen und ihnen stand das Staunen vom ersten Ton an im Gesicht. Frenetischer Applaus nach dem musikalischen Entree „Csardas“, der traditionellen ungarischen Musik! „Gavotte“, ein historischer Gesellschaftstanz, und „Auf dem Markt in Marokko“, komponiert von Andrea Holzer Rhomberg, folgten, und nach jedem Stück wurde der Applaus ein Stück heftiger. Erst nach zwei Zugaben wurde der junge Virtuose vom Publikum entlassen. „Ich wusste ja vom Hörensagen, dass Welat gut ist, aber dass er so gut ist, habe ich nicht erwartet“, sagte Ralf Schönfelder, Projektmanager der Literaturburg Ranis, und fügte hinzu: „Ihn werden wir auf jeden Fall in nicht allzu ferner Zukunft noch einmal buchen.“

Den zweiten Teil des Abends bestritt der Initiator der Veranstaltung, der Moderator, Autor und Rezitator Marko Kruppe aus Pößneck, selbst. Ob Gedichte von Heinz Erhard oder Jim Morrison, Prosa von Charles Bukowski oder aus der eigenen Feder, Kruppe versteht es immer wieder, das Publikum zu unterhalten. Seine Vortragsweise gleicht keiner normalen Lesung, Kruppe flüstert, schreit, vibriert sich stimmlich durch den Text und nimmt so die Zuhörer mit auf eine Reise in die gelebte Literatur. Der Pößnecker Musiker Stephan „Recke“ Kretschmann (Gitarre, Mundharmonika und Gesang) rundete diesen Teil des Abends gelungen ab.

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