Wohin mit dem Saalfelder Ostereierbaum?

Saalfeld  Er ist eine Berühmtheit. Weltweit. Jetzt soll dem Saalfelder Ostereierbaum das letzte Stündlein schlagen. Das wollen nicht alle – und suchen einen neuen Platz für die Attraktion. Die OTZ ist gern behilflich.

Volker Kraft schmückt seinen weltberühmten Apfelbaum im Garten Auf den Rödern mit Ostereiern. In diesem Jahr wird der Saalfelder 80. Dan n soll Schluss sein mit der vorösterlichen Leiterplage.Fotos (5): Klaus Moritz

Volker Kraft schmückt seinen weltberühmten Apfelbaum im Garten Auf den Rödern mit Ostereiern. In diesem Jahr wird der Saalfelder 80. Dan n soll Schluss sein mit der vorösterlichen Leiterplage.Fotos (5): Klaus Moritz

Foto: zgt

Jahr für Jahr haben Volker Kraft und seine Familie die Zeit, in der andere 44 Tage lang fasten, damit verbracht, ihren Apfelbaum im Garten Auf den Rödern in Saalfeld zu schmücken. Ungezählt sind die Stunden, die man mit Ausblasen, Aus- und Verpacken, Sortieren, Transportieren und Aufhängen von Hühner- und anderen Eiern verbracht hat. Jetzt wird Volker Kraft 80 – und will die Frühjahre, die ihm noch verbleiben, nicht unbedingt auf der Leiter verbringen.

Bereits als wir vor sechs ­Wochen zum ersten Mal darüber berichteten, dass der Baum in diesem Jahr zum letzten Mal geschmückt wird, gab es Stimmen für den Erhalt der Attraktion an einem anderen Ort. Immerhin kommen jedes Jahr zu Ostern tausende Touristen nach Saalfeld, um das Kunstwerk zu bestaunen. Ein „Alleinstellungsmerkmal“, wie der Landtags­abgeordnete Maik Kowalleck (CDU) befand. Die Suche nach einem neuen Standort sei „dringend geboten“, formulierte der Vater von zwei schulpflichtigen Kindern im schönsten Politikerdeutsch. Stadt, Vereine und Einzelhandel müssten „an einem Strang ziehen“.

Reichlich Vorschläge für einen neuen Standort

Vorschläge gibt es inzwischen reichlich, etwa auf der Facebookseite der OTZ-Lokalredaktion. Im Gespräch sind derzeit der Bergfriedpark, der sich quasi in der Nachbarschaft der Gartenanlage Auf den Rödern befindet, das Feengrottengelände, wo ohnehin die meisten Saalfeld-Besucher aufschlagen, der Schlosspark und die Grüne Mitte in der Nähe des Oberen Tores.

Es gibt Argumente für jeden dieser Standorte, aber auch prinzipielle Erwägungen. So wird vorgeschlagen, dass jeder, der den Baum ansehen will, einen kleinen Obolus entrichten soll, der dann den Kindergärten der Stadt zugute kommt. Andere warnen davor, das Projekt, das nur privat funktioniert, in öffentliche Hände zu geben. Offen ist die Frage, wer den Baum schmücken soll.

Mehrere unserer Facebookfreunde befürchten, dass an einer anderen Stelle das Flair verloren geht. „Der Ostereierbaum ohne Familie Kraft ist wie Kartoffelsalat ohne Mayonnaise. Dort oben hat einfach das Gesamtpaket gestimmt. An jeder anderen Stelle und unter anderer Leitung geht sowieso jeglicher Charme verloren. Man soll doch aufhören, wenn es am schönsten ist“, schreibt eine Nutzerin. „Dann lieber gar nicht mehr“, pflichtet ihr ein anderer bei.

Online-Abstimmung auf den OTZ-Internetseiten

Deutlich wird in der Diskussion auch, dass der bisherige Standort wegen der schwierigen Parkplatzsituation und der zwangsläufig zugeparkten Straßen ringsum nicht optimal war. „Die Stadt hat es in all den Jahren nicht geschafft, so etwas wie ein Park & Ride-System einzuführen“, schreibt einer. Jetzt wolle sie sich die Attraktion unter den Nagel reißen. Sein Vorschlag: Die Eier versteigern und das Geld sinnvoll einsetzen.

Geklärt werden muss auch, ob ein neuer Baum angepflanzt, ein geeigneter vorhanden oder der alte – sofern das Einverständnis der Besitzer vorliegt – genutzt werden kann. Zwar besagt ein Sprichwort: „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, mit der entsprechenden Gärtnerkunst und Geduld ließe sich aber auch das realisieren. Allerdings veranschlagen Fachleute für den Zeitraum vom Wurzelabstechen im Spätsommer bis zum Verpflanzen einen Zeitraum von einem Jahr.

Die OTZ bietet sich bei diesem Thema nicht nur als Diskussionsplattform an, sondern hat auf ihrer Internetseite unter www.otz.de/saalfeld eine Online-Abstimmung gestartet, wo jeder seine Stimme abgeben kann, wie es mit dem Ostereierbaum weitergehen soll. Wir sind gespannt auf das Ergebnis.

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