Zertifiziert: Die neuen Seniorenbegleiter für Saalfeld-Rudolstadt sind da

Saalfeld  Die Absolventinnen eines Vorbereitungskurses des Projekts „Herbstzeitlose“ erhielten am Mittwoch ihre Zertifikate. Nun begleiten sie ältere Menschen im Alltag.

Das sind die neuen Aktiven des Saalfeld-Rudolstädter Seniorenhilfe-Projekts „Herbstzeitlose“. Am Mittwoch erhielten zwölf von ihnen als Absolventinnen eines Kurses zur Vorbereitung als Seniorenbegleiter ihre Urkunden. 

Das sind die neuen Aktiven des Saalfeld-Rudolstädter Seniorenhilfe-Projekts „Herbstzeitlose“. Am Mittwoch erhielten zwölf von ihnen als Absolventinnen eines Kurses zur Vorbereitung als Seniorenbegleiter ihre Urkunden. 

Foto: Guido Berg

Auf sie wurde schon gewartet: Zwölf Absolventinnen eine Vorbereitungskurses für das Senioren-Projekt „Herbstzeitlose“ erhielten am Mittwoch ihre Zertifikate. Sie sind damit ehrenamtliche Seniorenbegleiter und werden künftig älteren Menschen im Alltag zur Seite stehen. Oder mit ihnen Spazieren gehen, Zeitung lesen oder einfach nur zum Reden bereit stehen, wie es Christa Pidun, die Gründerin des Projekts „Herbstzeitlose“, ausdrückte.

Die über 80-jährige Trägerin des Saalfelder Ehrenamtspreises überreichte die Urkunden gemeinsam mit Stephanie Döhler vom Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt und Elisabeth Franke von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in einem feierlichen Rahmen in der Awo-Begegnungsstätte im Rainweg 70 in Saalfeld.

Das junge Musikschülerinnen-Trio „Firlefanz“ sorgte eingangs für eine musikalische Einstimmung, etwa mit dem „Bauerntanz“ des rumänischen Komponisten Constantin Dimitrescu.

Eine Begleiterin: „Man muss auch Gutes tun!“

„Die Nachfrage nach Seniorenbetreuern ist riesengroß“, erklärte Elisabeth Franke in ihrer Laudatio. Einige Kursteilnehmerinnen seien schon vor Ende des Vorbereitungskurses eingesetzt worden. Christa Pidun bedauerte, dass bei den zwölf Absolventen des Kurses kein Mann dabei ist: „Der Einzige ist uns leider verloren gegangen.“ Freude jedoch löst der Projektinitiatorin zufolge der Altersdurchschnitt der Absolventinnen aus. Der sei mit 55,3 Jahren recht niedrig. „Wir werden sie lange haben“, frohlockte Christa Pidun bei der Zertifikatübergabe.

In der Tat fielen „mehr Begleiter aus, als wir ausbilden können“. Christa Pidun insistiert: „Wir dürfen nicht nachlassen und müssen sogar mehr Tempo aufnehmen.“

137 Seniorenbegleiter seien derzeit im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt verfügbar, bei insgesamt 264 ausgegebenen Begleiter-Zertifikaten. „Das ist relativ wenig.“ 149 ältere Menschen hat das Projekt derzeit in der Begleitung. Seit Projektbeginn im Jahr 2003 hätten 665 Begleitungen stattgefunden, bei 778 Nachfragen.

„Das sind stolze Zahlen“, betonte Christa Pidun. 113 angeforderte Begleitungen hätten nicht realisiert werden können, „da die Anforderungen für das Ehrenamt zu anspruchsvoll waren“.

Ein reiches Land, das doch kränkelt

Zu denen, die einen Begleiterkurs mit Zertifikat abschließen konnten, gehört Sonja Götze. Sie ist vor einem Jahr nach Saalfeld gezogen; für sie ist die Seniorenbegleitung schlicht auch „eine Möglichkeit, Menschen kennen zu lernen“. Auch wisse sie ja nicht, ob sie nicht auch selbst eines Tages in den Genuss einer Begleitung komme? „Ich hätte um diese Möglichkeit gern gewusst, als ich meine eigenen Eltern gepflegt habe“, erklärte die frischgekürte Seniorenbegleiterin.

Eine andere Kursabsolventin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, erklärte unserer Zeitung gegenüber unumwunden ihre Motivation: „Man muss auch Gutes tun!“

Eine Spende über 200 Euro an das Projekt „Herbstzeitlose“ überbrachte Ralf Frost vom Verein Pro Senioris . Frost rief den Absolventinnen zu: „Sie werden sehen, Sie werden dankbare Ansprechpartner haben.“ Kritisch bemerkte Frost: „Ein reiches Land, dass sich derart auf das Ehrenamt stützt, ist krank.“

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