Wasservogelzählung unter widrigen Bedingungen

Dreba  Starker Wind und unruhiges Wasser lässt Wasservögel im Teichgebiet Dreba-Plothen auf geschütztere Gebiete ausweichen

Zwergtaucher gehören zu den wertgebenden Arten im Europäischen Vogelschutzgebiet.

Zwergtaucher gehören zu den wertgebenden Arten im Europäischen Vogelschutzgebiet.

Foto: Nabu Archiv

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am vergangenen Sonntag stand im Teichgebiet Dreba-Plothen ein internationaler Zähltag der Wasservögel auf dem Programm. „Allerdings ­waren die Wetterbedingungen denkbar schlecht. Starker Wind und Sturmböen mit Schaumkronen auf der Wasseroberfläche veranlassten viele an den ­Vortagen schon eingetroffene Entenarten, das Teichgebiet wieder zu verlassen oder in ­geschütztere Gebiete auszuweichen“, beschreibt Jürgen Auerswald vom Naturschutzbund Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen die Bedingungen.

Dementsprechend geringer sei das Erfassungsergebnis ­besonders bei den Schwimmenten ausgefallen. Weiterhin konnten keine Spieß-, Knäk- und Pfeifenten festgestellt werden. Die Zahl der Schnatterenten hatte sich mehr als halbiert und durchziehende Schellenten waren nur an wenigen Gewässern vorzufinden. Das Gleiche habe für Gänsesäger gegolten, von denen dennoch insgesamt 98 Individuen gezählt werden konnten. „Erfreulich war auch der seltene Nachweis von einem Paar Kolbenenten auf dem Hausteich“, so Auerswald.

Der Nachweis der ersten Zwergtaucher entspreche dem langjährigen Ankunftstermin und auf 17 Teichen erreichten die Haubentaucher eine Zahl von 77 Tieren. Imposant sei schon das erste zu beobachtende Balzverhalten der „Steißfüße“. Laut der Internetseite www.vogelschutz-leipzig.de rührt die alte Bezeichnung der Haubentaucher von der Tatsache her, dass ihre Unterschenkel völlig im Körper stecken und die Füße erst am hintersten Körperende zutage treten.

Sieben Kraniche auf einen Streich

Die Zahl der Silberreiher betrug demnach 36, dagegen nur 21 Graureiher. Sieben Kraniche bereicherten das Artenspektrum ebenso wie drei Steppenmöwen. „Optisch auffällig für jedermann ist vor allem noch der Bestand überwinternder Höckerschwäne zwischen Dittersdorf und Plothen, der hauptsächlich aus Nichtbrütern besteht sowie die 37 Nilgänse, die sich allgemein weiter ausbreiten“, so Auerswald. Nachdem Kormorane fast vier Monate im Teichgebiet ­gefehlt hätten, habe deren Zahl am Schlafplatz nun 26 betragen. Dabei handele es sich überwiegend um Altvögel auf dem Durchzug. In Thüringen gab es auch 2018 keine erfolgreiche Brut. Die größten Wasservogelbestände bildeten 66 Graugänse, 355 Blesshühner, 295 Reiherenten und 589 Stockenten.

Personen mit Interesse an Vogel- und Naturschutz können ihre Mitarbeit unter Telefon (01522) 625 39 29 oder per E-Mail an: info@nabu-dreba.de anbieten

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.