Wie ein toter Hirsch bei Deesbach die öffentliche Ordnung stört

Allendorf  Nach Wildunfall bei Deesbach ist unklar, wer für die Beseitigung des Tierkörpers zuständig ist

Der überfahrene Hirsch liegt seit Samstagmorgen nahe der L1145 bei Deesbach.

Der überfahrene Hirsch liegt seit Samstagmorgen nahe der L1145 bei Deesbach.

Foto: Norbert Kleinteich

Ein Wildunfall ist in Waldgebieten keine Seltenheit. Dass ein verendetes Tier nahe der Straße lange liegt wohl eher weniger. Aber wer ist nun für die Beseitigung zuständig? Hier gibt es seit Samstag reichlich Ärger in der Bevölkerung.

Am Samstagmorgen wurde ein etwa zwei Jahre alter Rothirsch auf der L1145 nahe Deesbach in Richtung Neuhaus am Rennweg angefahren. Polizei und Rettungsleitstelle wurden darüber informiert. Der verendete Hirsch blieb etwa 15 Meter auf der Wiese liegen. Im Laufe des Tages gab es zahlreiche Beschwerden von Mitbürgern, dass das Tier nicht beseitigt wurde. Auch gestern noch erregte diese anhaltende Situation Aufsehen, da sich momentan niemand dafür verantwortlich zeigt.

Für die Beseitigung von Tierkadavern ist die Polizei nicht zuständig. Wenn von Verkehrsteilnehmern mitgeteilt wird, wo tote Tiere auf oder an einer Straße liegen, wird die Information weitergeleitet.

Dort weiß man normalerweise anhand einer Liste, welcher Jagdpächter das jeweilige Gelände betreut. Meist kümmern sich die Jagdpächter um die Beseitigung der Tiere, obwohl sie dazu gesetzlich nicht verpflichtet sind. Ihnen wurde in besagtem Fall diesmal unwissentlich Ärger bereitet. Autofahrer müssen nach einem Wildunfall nicht für die Bergung und Entsorgung des getöteten Tieres bezahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Hannover am 29. März 2017 entschieden.

Verantwortlich ist nach Gesetz grundsätzlich der Grundstückseigentümer oder bei Straßen der jeweilige Straßenbaulastträger, also die Stadt, Gemeinde oder wenn es sich um eine Kreisstraße handelt, der Kreisbauhof oder die Zuständigen für die Landes- oder Bundesstraßen.

Vom Straßenbaulastträger soll vor Ort zwar Kenntnis genommen worden sein. Der habe mitgeteilt, dass die Verantwortung der Beseitigung woanders liege, da der Hirsch einige Meter abseits der Straße liege. Eine Klärung des Sachverhalts werde aber wohl erst Montag stattfinden, da sich das Ordnungsamt darum bemühen werde. Bis dahin wird wohl der Streit andauern und das verendete Tier weiter liegen bleiben und die öffentliche Ordnung stören.

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