Willkommen in der Jenaer „Magdelstube“

Jena  Bürgerschaftliches Engagement ermöglicht in Jena einen Stadtteilladen. Doch in diesem Laden gibt es nichts zu kaufen.

Ein Teil des Teams und die „Magdelstube“ am Magdelstieg – seit Samstag ein Bürgertreff für die Bewohner des Stadtviertels. Im Schaufenster wird über aktuelle Angebote informiert. 

Ein Teil des Teams und die „Magdelstube“ am Magdelstieg – seit Samstag ein Bürgertreff für die Bewohner des Stadtviertels. Im Schaufenster wird über aktuelle Angebote informiert. 

Foto: Michael Groß

Nein, in diesem Laden gibt es nichts zu kaufen. Es handelt sich zwar um einen Stadtteilladen, der in der Nummer 23 des Magdelstiegs am Samstag eröffnet wurde. Aber die „Magdelstube“, wie sie liebevoll von ihren Gründern benannt wurde, ist mehr etwas zum Begegnen, Kennenlernen, für Gespräche, Ideenaustausche und natürlich auch für Spaß, wie Liubov Andreeva von der 14 Leute starken Initiativgruppe des Stadtteilladens sagt.

Es gab schon länger die Idee, etwas im Wohngebiet rund um den Magdelstieg durch die Bürger zu bewegen. Mehrere Gruppen wie zum Beispiel „Recht auf Stadt“, aber auch andere Initiativen und einzelne Anwohner hatten schließlich einen Aufruf gestartet, doch gemeinsam einen Treffpunkt fürs Wohnviertel zu organisieren. Man entdeckte den leer stehenden Laden am Magdelstieg 23, mietete ihn an und richtete ihn auf einfache Art ein. Und nun konnte er am Samstag mit einem Straßenfest eröffnet werden.

Einen Verein will man noch gründen, der diesen Wohngebietstreff betreiben soll, heißt es. Ein Programm und konkrete Nutzungen habe man inzwischen schon festgelegt. So wird jeden Dienstag von 11 bis 15 Uhr sowie jeden Freitag von 15 bis 19 Uhr zum Nachbarschaftscafé eingeladen. Da kann kommen, wer Lust hat.

An jedem 1. Sonntag im Monat soll es auch einen Mitbring-Brunch geben. Das heißt, die Teilnehmer sollen alle mit eigenen Speisen und Getränken zum Gelingen des Brunches beitragen. Jeden 2. und 4. Montag im Monat ist Ladenzeit für Frauen angesagt, und freitags kann man vorbeikommen, um aus Supermärkten vor dem Verderb gerettete Lebensmittel mitzunehmen, sie ansonsten wegen Verfalls der Haltbarkeitstermine weggeworfen würden. Eigens dafür wurden auch zwei Kühlschränke aufgestellt.

Des Weiteren will man am 1. Montag im Monat von 17 bis 19 Uhr Bildungsangebote und Workshops organisieren. An Beratungen für Mietangelegenheiten ist ebenfalls gedacht. Hier für soll ein Miettreff am 1. Mittwoch im Monat stattfinden. Auch eine Initiative für demokratische Genossenschaft will sich etablieren.

Was ganz konkret an den einzelnen Wochentagen in der „Magdelstube“ los ist, darüber soll im Schaufenster stets aktuell informiert werden, sagt Andreeva. Am Aufbau einer Internetseite für die „Magdelstube“ werde zurzeit noch gearbeitet.

„Wir sind keine studentische Initiative“, sagt Andreeva. Natürlich habe man Studenten dabei, aber auch Bürger älterer Jahrgänge, Familien und auch Senioren. „Wir wollen einen offenen und toleranten Begegnungsraum für die Menschen im Wohnviertel schaffen“, betont die junge Frau. So sollen die Leute einfach zusammenkommen, sich nachbarschaftlich helfen und solidarische Beziehungen knüpfen. Für Vorschläge und Ideen sei man da natürlich immer offen.

Schon jetzt habe es zahlreiche Unterstützung für die „Magdelstube“ gegeben. Eine Frau habe Informationsschilder gemalt, andere hätten Möbel und Technik gespendet und andere für die Eröffnungsfeier am Samstag Kuchen gebacken.

Natürlich freue man sich über weitere Hilfe von neuen Mitstreitern. Eingeladen seien alle Einwohner des Stadtviertels Jena-Süd, die sich gern mit Zeit oder auch mit Spenden einbringen möchten.

Hinweise oder Spenden über die E-Mail-Adresse stadtteilladensued @riseup.net