Kommentar: Eine Berliner Spaßbremse

Holger Zaumsegel über die gedrückte Stimmung beim FC Carl Zeiss Jena - wegen Berlin.

Holger Zaumsegel.

Holger Zaumsegel.

Foto: Tino Zippel

Der fünfte Sieg in Folge - den FCC-Fans müsste im kalten Herbst mittlerweile ganz warm ums Herz werden. Die Mannschaft von Trainer Dirk Kunert hat sich nach dem Fehlstart mit vier sieglosen Partien allmählich gefunden, ist in dieser Regionalliga angekommen. Keine Verständlichkeit nach dem Abstieg mit zwangsläufigem Umbruch. Zudem reicht selbst gegen einen prominenten Gegner wie den Chemnitzer FC eine eher durchschnittliche Leistung, die sicherlich auch an der dreiwöchigen Spielpause lag, zum Sieg.

Das beweist, wie viel Potenzial im neuformierten Team schlummert. Erst Recht, weil es endlich keine verletzten Spieler mehr gibt, der Konkurrenzkampf voll entbrannt ist. Dirk Kunert zeigt sich als fairer Coach, honoriert Trainingsleistung mit Einsatzzeit.

Dennoch gibt es eine Spaßbremse aus der Hauptstadt, die trotz aller Erfolge die Stimmung drückt: Viktoria Berlin. Der Club, der 2018 noch Insolvenz anmelden musste, dank einem Investor mittlerweile aber als Ligakrösus bezeichnet wird, marschiert an der Spitze gnadenlos vorneweg. Zehn Spiele, zehn Siege - wer kann da dauerhaft mithalten? Platz eins, der in dieser Saison zum direkten Aufstieg in die 3. Liga berechtigt, liegt für die Zeiss-Kicker trotz ihrer Erfolgsserie immer noch in weiter Ferne.

Doch es hilft ja nichts. Der FCC darf, ja, muss sogar nur auf sich schauen und weitermachen, weitermachen, weitermachen... Vielleicht kommt ja doch noch ein Berliner Patzer. Und immerhin: Viktoria muss auch noch zwei Mal gegen die Thüringer ran.

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