Einwurf: Nur grün ist von gestern

Steffen Ess über feine Unterschiede in der Rasenpflege.

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Die Narbendichte solle exzellenterweise bei hundert Prozent liegen. Für die Scherfestigkeit gilt ein Messwert mit der Flügelsonde von größer gleich sechzig Kilopascal als ausreichend. Standfestigkeit, Ebenflächigkeit und Wasserdurchlässigkeit sind ebenfalls wichtige Parameter.

Der Stadionrasen von heute ist eine Wissenschaft.

Und die besten Tüftler in dem Bereich arbeiteten in der abgelaufenen Saison mal wieder in Wolfsburg, fand die Fachjury aus Mitgliedern der Deutschen Rasengesellschaft. Der VfL pflegte damit wie 2015/16 das feinste Grün der Fußball-Bundesliga. In der zweiten Liga heißt der Sieger Darmstadt. Die Besten erhielten nun ihre Preise.

In die dreigeteilte Bewertung fließt eine Benotung durch die Kapitäne ein. Sie müssen nach jedem Spiel ihr Urteil über den Zustand des Spielfeldes mit ei­ner Note von 1 für sehr schlecht bis 5 für höchste Güte abgeben. Messdatenprüfung und eine Einschätzung der Rasenprofis ihrer eigenen Arbeit bilden den Rest.

Deutsches Weidelgras und Wiesenrispe eignen sich besonders gut für Sportrasen, sie vertragen schon mal eine Grätsche.

Und wichtig: Kurz sollten die Halme sein, zwei bis zweieinhalb Zentimeter. Schneiden, legen und ein wenig Glanz. Vielleicht ein Schachbrettmuster. Bewässert wird mitunter von unten, ohne extra Sonne geht nichts.

Dass es sich auf dem schönsten Grün auch besonders gut gewinnen lässt, ist jedoch nicht zweifelsfrei erwiesen. Darmstadt hat vorige Saison zu Hause zwar doppelt so viele Punkte geholt wie auswärts. Nahezu ebenso viele Zähler wie daheim erspielten sich die Wolfsburger indes auch auf fremden Plätzen. Und als Silbergewinner der zweiten Liga punktete Regensburg sogar etwas weniger zu Hause.

Ein Affront gegenüber der eigenen Greenkeeper-Gilde.

Gras drüber.

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