Kommentar: David und Goliath

Axel Eger über den deutschen Basketballer Dennis Schröder.

Von der Größe eines Dirk Nowitzki trennen ihn 27 Zentimeter Körperlänge. Auch hat er die Beliebtheit des 2,13 Meter großen Würzburgers noch nicht erreicht, der mit den Dallas Mavericks einst als erster Deutscher die NBA gewann. Doch Dennis Schröder gilt längst als legitimer Nachfolger Nowitzkis. Als größtes deutsches Basketball-Talent seit dem German Wunderkind sowieso.

Obwohl er erst zwei Dutzend Länderspiele bestritten hat, ist er bei den Europameisterschaften in diesen Tagen der unumstrittene Anführer der deutschen Mannschaft. Das Spiel ist auf ihn zugeschnitten, abhängig von seinem Tempo, seinem Spielwitz und seiner Treffsicherheit. Das ist nicht ganz ungefährlich, doch Schröder hat gleich im Auftaktmatch gegen die Ukraine, in dem er mit 32 Punkten einen persönlichen Rekord im Nationaltrikot aufstellte, alle Erwartungen erfüllt. Ge-gen einen schwachen Gegner, zugegeben. Die wahren Feuertaufen bei dieser Europameisterschaft stehen noch bevor.

Der 23-Jährige, der sich gern auffällig kleidet, ein goldenes Telefon besitzt und oft allein durch sein schrilles, überaus selbstbewusstes Auftreten polarisiert, hat nicht nur im Spiel gegen die Ukraine viel richtig gemacht. Sondern auch danach. Auf die Frage nach seinen persönlichen Chancen sprach Schröder lieber vom Team.

Wer den Erfolg der Mannschaft über das eigene Ego stellt, hat die Anlage, ein Großer seines Sports zu werden. Auch wenn er als Basketballer nur 1,86 Meter misst.