Kommentar: Forscher Löw in Sackgasse

Holger Zaumsegel über Bundestrainer Joachim Löw.

Holger Zaumsegel.

Holger Zaumsegel.

Foto: Tino Zippel

Fußball-Spektakel, 3:3 nach 0:2-Rückstand: Eigentlich hätten die deutschen Fußball-Nationalspieler und ihr Bundestrainer Grund zur Freude. Doch nach Feiern war am Dienstagabend niemand zu Mute. Weil der Gegner nicht Frankreich, Belgien oder Brasilien hieß, sondern Schweiz.

Überhaupt lässt die Länderspiel-Pause die ohnehin geschrumpfte Zahl an Fans der DFB-Auswahl ratlos zurück. Zwei Unentschieden und ein knapper Sieg gegen durchschnittliche Kontrahenten - der Weltmeister von 2014 ist im Mittelmaß angekommen. Forscher Joachim Löw, der des Deutschen liebstes Kind nach der Horror-WM 2018 zu seinem Experimentier-Baukasten erklärte, 41 Spieler in 21 Länderspielen nach dem Debakel testete, befindet sich in einer Sackgasse. Ansätze auf eine baldige Besserung sind nicht in Sicht.

Der Bundestrainer überschätzt sich einerseits, was sein jüngster Umgang mit Kritik beweist, und verwechselt andererseits das Nationalteam mit einer Vereinsmannschaft, für die es um nichts geht, die Zeit hat, etwas zu probieren. Die hat die DFB-Auswahl nicht! Die Fans dürfen völlig zu Recht davon ausgehen, dass die Besten der Besten ihr Land im Fußball-Vergleich vertreten. Löw hat stattdessen nach dem Vorrunden-Aus vor zwei Jahren ohne Not verdiente Spieler, die immer noch Weltklasse sind, aussortiert, setzt stattdessen lieber auf den einen oder anderen Bankdrücker. Diesen Bundestrainer verstehe, wer will. Werden die Ergebnisse nicht schleunigst besser, bleibt ihm nur noch der Notausgang. Über dem steht: Rücktritt!

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