Kommentar: Gegen den Abwärtstrend

Thomas Rudolph über den Start der Frauenfußball-Bundesliga.

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Erstmals seit zehn Jahren ohne den FF USV Jena startet die Frauen-Bundesliga im Fußball am Wochenende in die neue Saison. Doch schon bevor der erste Ball rollt, blicken Verantwortliche der Vereine und des Verbandes ein wenig sorgenvoll in die Zukunft.

Die kurze WM-Zeit im eigenen Land 2011, in der die Frauen im Rampenlicht standen, ist längst vorbei. Ein Boom verlief höchstens regional und endete nie nachhaltig. Auch die Hoffnung, steigende Zuschauerzahlen zu generieren, hielt nicht allzulang – im Gegenteil. Nur noch 846 Zuschauer pro Spiel wollten in der abgelaufenen Saison dabei sein. Dass es künftig mehr werden, scheint fraglich.

Aber auch außerhalb der deutschen Stadien dreht sich der Ball schneller. Längst haben Länder wie Frankreich und England aufgeholt und stellen bessere Strukturen, um den Frauenfußball zu professionalisieren. Hinzu kommt, dass Mannschaften wie Olympique Lyon oder Manchester City viel Geld in die Hand nehmen, um in Europa vorn mitzumischen. Klar können das der VfL Wolfsburg und der FC Bayern auch. Doch ob der Rest der Liga mitmacht (oder mitmachen kann), bleibt zweifelhaft.

Soll das Produkt „Frauen-Bundesliga“ auf Dauer erfolgreicher sein, wird man um eine reine Profiliga nicht herum kommen. Schon seit einigen Jahren machen Wolfsburg und Bayern den Meister unter sich aus. Da droht schnell Langeweile, die vor allem für eines sorgtt: die Leute meiden das Stadion.

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