Kommentar: Geldverzicht als Treuebeweis

Thomas Rudolph über die Vertragsverlängerung von Dirk Nowitzki.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Er ist und bleibt der Gentleman des Basketballs! Für seine 20. Saison in der nordamerikanischen Liga NBA verzichtet Dirk Nowitzki wiederholt auf Geld, damit sein Verein, die Dallas Mavericks, die eingesparte Gehaltssumme für Verstärkungen der Mannschaft ausgeben können und so weniger an die Gehaltsobergrenze gebunden sind.

Zehn Millionen Dollar für zwei Jahre wird der Würzburger einstreichen; im Vorjahr waren es noch 25. Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Ja, Nowitzki wird auch in der folgenden Zeit nicht am Hungertuch nagen und sicher zweimal am Tag warm essen können.

Doch ist es die Botschaft, die der nunmehr 39-Jährige mit diesem Verzicht sendet. Obwohl der Deutsche mit seinen Mave-ricks bereits die Meisterschaft gewonnen hat und in seiner beeindruckenden Karriere mehr als genug Geld verdiente, ist er immer noch nicht satt.

Bei den Überlegungen, selbst zum Wohle der Mannschaft zu verzichten, spielte die sportliche Komponente eine große Rolle. Die Teams im Westen werden durch spektakuläre Transfers immer stärker, was auch Dallas erfahren musste. Zum ersten Mal seit 17 Jahren hatten sie in der vergangenen Spielzeit nach der Hauptrunde eine negative Bilanz mit mehr Niederlagen als Siegen. Wollen Nowitzki und Co. mithalten oder wieder besser dastehen, müssen mindestens die Leistungsträger gehalten werden.

Der Traum, noch einmal weit in den Playoffs voranzukommen, ist beim Würzburger immer noch präsent. Dafür nimmt er nicht nur finanzielle Abstriche in Kauf, sondern wird sich auch gegen seinen Körper stemmen müssen. Was den finanziellen Aspekt wiederum in die zweite Reihe drängt. Manchmal sind Titel und Spaß am Sport wichtiger als Geld – besonders für einen Gentleman.

Seite 26

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.