Leitartikel: Den Teufelskreis durchbrechen

Hanno Müller über Kommunen in der Schuldenfalle.

Hanno Müller.

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Foto: mgt

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Die Schere zwischen Arm und Reich zeigt sich auch bei den Schulden der öffentlichen Hand: Während gering verschuldete Kommunen ihre Verbindlichkeiten 2018 reduzieren konnten, ist das Minus in der Kasse bei hoch verschuldeten Städten weiter gewachsen. In Zahlen: Gering verschuldete Städte mit einer Pro-Kopf-Verschuldung unter 1000 Euro konnten die Verbindlichkeiten um sieben Prozent reduzieren. Städte mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von mehr als 2000 Euro schafften nur einen Abbau um ein Prozent. Bei den zehn deutschen Städten mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung stiegen die Schulden sogar noch weiter an.

Die gute Nachricht für Ostdeutschland: In den neuen Bundesländern konnten vier von fünf Städten die Verschuldung reduzieren, in Thüringen schafften das sogar 17 der 19 Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern. Wie regional unterschiedlich mit Schulden umgegangen wird, zeigen die „Schuldenerhöher“ Ilmenau und Altenburg: Während in der Südthüringer Universitätsstadt die Kosten für Stadthalle und Hallenbad offenbar die Verschuldung in die Höhe treiben, schaffte man es in Altenburg, den klammen Haushalt durch den Verkauf des Hallenbades zu entlasten. Die in den zurückliegenden Jahren in die Schlagzeilen geratene Stadt Gera konnte ihre Pro-Kopf-Verschuldung zwar deutlich runterfahren, bleibt aber dennoch Spitzenschuldner in Thüringen.

Je höher die Schulden, desto größer die Herausforderung für die betroffenen Städte. Steigende Gebühren und Steuern verärgern viele Bürger. Den Teufelskreis aus Schulden und sinkender Attraktivität gilt es zu durchbrechen. Wenn die Gewerbe-steuern anziehen, trifft das die Firmen und damit das wirtschaftliche Rückgrat einer Stadt. Die Höhe ist damit auch ein wichtiger Standortfaktor.

Neun von zehn Thüringer Städten planen höhere Steuern

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