Viele offene Fragen: Kommentar zum Sprengkörper-Fund bei KZ-Gedenkstätte

Der Fund mutmaßlichen Sprengstoffs in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora macht Schlagzeilen. Kristin Müller meint, die Polizei ist zu schweigsam.

Ein im Januar im Eingangsbereich der Thüringer Gedenkstätte Mittelbau-Dora gefundenes verdächtiges Paket soll Sprengstoff enthalten haben. Viele Fragen sind allerdings noch offen. Eine Abgeordnete der Linken nannte den Fund beängstigend. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora verstärkte den Wachschutz

Ein im Januar im Eingangsbereich der Thüringer Gedenkstätte Mittelbau-Dora gefundenes verdächtiges Paket soll Sprengstoff enthalten haben. Viele Fragen sind allerdings noch offen. Eine Abgeordnete der Linken nannte den Fund beängstigend. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora verstärkte den Wachschutz

Foto: Marco Kneise (Archivfoto)

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Die Polizei berichtet über Betrüger, Verkehrsunfälle, Festnahmen wegen Drogenanbaus oder Schlimmerem. Warum aber thematisiert sie nicht das, was inzwischen auch die Politik und die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora umtreibt? Entpuppt sich das in der Gedenkstätte verdächtige eingeschweißte Paket Mitte Januar als Sprengstoff? Wurde dieser gar absichtlich hergestellt?

Von einem „pyrotechnischen Erzeugnis“ spricht die Polizei auf Anfrage, die Gedenkstätte unterdessen informiert in einer Presseerklärung, „infolge kriminaltechnischer Untersuchungen“ stehe fest, dass es sich bei dem Fund „um einen zündfähigen Sprengkörper mit ernstzunehmender Wirkung handelt“.

Soll etwas nicht öffentlich werden?

Sicher, wenn noch Ermittlungen laufen, muss die Polizei zurückhaltend in der Kommunikation nach außen sein. Dann aber dürfte auch die Gedenkstätte noch keine näheren Informationen haben. So aber drängt sich der Verdacht auf, dass etwas nicht öffentlich werden soll.

Vielleicht gab es tatsächlich keine politischen Beweggründe für denjenigen, der das Päckchen in der Gedenkstätte „verlor“. Aber auch das wäre bedenklich, zeugt es doch von einem Unverständnis für die Bedeutung jener Gedenkorte, die an das tausendfache Morden der Nationalsozialisten erinnern. Umso wichtiger ist eine angemessene Sensibilität staatlicher Stellen.

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