Tagebuch: Die Dinge des Lebens

Axel Eger läuft den Rennsteig von Blankenstein bis Hörschel.

Gestern Mittag 12.27 Uhr geht für mich das Abenteuer Rennsteig-Etappenlauf zu Ende. Nach 168,3 Kilometern, mehr als 6000 Höhenmetern im An- und Abstieg und einem letzten kleinen Verlaufen auf der Schlussetappe. Mit 16 000 verbrannten Kilokalorien, aber ohne Sturz und Blessur.

Wer auf dem Rennsteig läuft, spürt das enorme touristische Potenzial, das dieser Höhenweg bietet. Und sieht zugleich, wie viele Reserven am Wege liegen. Gastronomisch, in der Hotellerie, in der Internetversorgung.

Schon deshalb bleibt es eine Unternehmung, die die Tage auf das Wesentliche reduziert. Laufen, essen, schlafen. Wie herrlich, sagt Siegerin Marita Wahl.

Es ist ein Lauf, der bei allem Tempo den Tag entschleunigt. Der die einfachen Dinge des Lebens lehrt. Den Kopf oben zu behalten, um nicht vom Weg abzukommen. Die Größe zu besitzen, auch nach unten zu schauen, um nicht zu stürzen.

Man kann sich dem Rennsteig von vielen Seiten nähern. Ihn sehen als 100-Meilen-Abenteuer, als fünftägigen Aktivurlaub. Oder eben als 168 Kilometer Thüringen. Mit Einblicken, die nur der erhält, der die Strecke unter die Füße nimmt. Auch das ist eine Erkenntnis dieser Woche: Den ersten Schritt zu machen, ist immer besser, als es nicht versucht zu haben.

Nicht zuletzt bleibt es ein Lauf, bei dem ein kleiner Stein groß Karriere machte. Der Kiesel aus der Selbitz bei Blankenstein liegt seit gestern in der Werra bei Hörschel. Als unverrückbarer Meilenstein.

Gelaufen:168,3 km (+ 6,4)

Noch zu laufen:0 km