Nach der Landtagswahl: "Demokratie muss immer wieder erkämpft werden"

Erfurt.  Wie regierbar ist Thüringen nach der Landtagswahl und welche Rolle können die sozialen Medien dabei spielen? Der TV-Talk „Am Anger“ mit Politikberater, Blogger und Social-Media-Experte Martin Fuchs.

Beim TA-Talk „Am Anger“ diskutieren die Moderatoren Klaus-Dieter Böhm und Jan Hollitzer mit Martin Fuchs,  Politikberater, Blogger und Sozial Media-Trainer.

Beim TA-Talk „Am Anger“ diskutieren die Moderatoren Klaus-Dieter Böhm und Jan Hollitzer mit Martin Fuchs,  Politikberater, Blogger und Sozial Media-Trainer.

Foto: Marco Schmidt

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Nach der Landtagswahl scheint die Bildung einer tragfähigen Regierung in Thüringen schwieriger denn je. Der Hamburger Politikberater, Blogger und Social-Media-Experte Martin Fuchs sieht darin eine Chance.

Thüringen bezeichnet er beim aktuellen TV-Talk „Am Anger“ als Avantgarde und Beispiel dafür, was künftig auch anderswo passieren könnte. Für jeden, der sich mit Politik beschäftigt, werde es hochspannend, wie das Patt in Thüringen aufgelöst wird, sagt Fuchs, der Regierungen, Parlamente, Parteien, Politiker und Verwaltungen in digitaler Kommunikation berät und als Dozent für Social Media und Politik an Hochschulen tätig ist.

Im Fernseh-Talk der Thüringer Allgemeinen und des Regionalsenders Salve TV mit den Moderatoren Klaus-Dieter Böhm und Jan Hollitzer geht es um die Frage, inwiefern Thüringen nach der Landtagswahl ein Labor sein kann für Demokratie und politische Zukunft. Koalitionen seien nicht mehr in Stein gemeißelt. Wechselnde Mehrheiten zwängen zu kreativen Lösungen, Wähler seien weniger berechenbar. Parteien müssten ihre Zielgruppen genauer definieren und gezielter ansprechen. „Das haben viele Thüringer Parteien noch nicht verstanden“, sagt Martin Fuchs.

Nach Meinung des Beraters braucht es dafür mehr Kontinuität auch jenseits von Wahlen. Viele Politiker suchten die Nähe zu Wählern nur während der heißen Phase des Wahlkampfes. Im Falle einer Minderheitsregierung ergebe sich die Notwendigkeit, das Volk auch darüber hinaus mitzunehmen.

„Der Druck steigt, das Volk einzubinden und auf die Oppositionsparteien einzugehen“, sagt Fuchs. Gute Möglichkeiten böten soziale Netzwerke wie Twitter. Das Beispiel von US-Präsident Donald Trump mit 56 Millionen Followern zeige die Macht, die sich aus der unmittelbaren Ansprache ergibt. Hier seien auch kreative Ideen erlaubt, so etwa, wenn Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow seinen Hund Attila auf Twitter über Politik sinnieren lasse.

Darüber hinaus plädiert Fuchs für analoge Formate. Für eine gute Möglichkeit hält er Haustür-Gespräche. Politiker sollten sich dazu zwingen, einmal im Monat an die Haustüren zu klopfen und direkt zu fragen, wo den Menschen der Schuh drückt.

Zum Video vom Polit-Talk:

TA-Polit-Talk "Am Anger": Folge34 - Nach der Wahl

Zum Podcast miit TA-Chefredakteur Jan Hollitzer:

Podigee Hollitzer trifft Martin Fuchs

Talk in TV und Internet

  • Der Fernseh-Talk ist eine Gemeinschaftsproduktion von Thüringer Allgemeine und Salve TV.
  • Das komplette Gespräch wird heute ab 18.20 Uhr bei Salve TV ausgestrahlt und danach mehrfach wiederholt.
  • Abgerufen werden kann es auch im Online-Stream auf www.thueringer-allgemeine.de
  • Dort gibt es auch einen Podcast mit Martin Fuchs in der Reihe „Hollitzer trifft“.
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