Episode 11

Schöne Orte in Thüringen: Der Englische Garten in Meiningen

Unsere heutige Tour führt uns in ein kleines Paradies mitten in der Stadt. Mitten in Meiningen erstreckt sich der zwölf Hektar große Englische Garten.

Malerische Ansichten bietet der Englische Garten zuhauf.

Malerische Ansichten bietet der Englische Garten zuhauf.

Foto: Frank Buhlemann

Mitten in Meiningen erstreckt sich der zwölf Hektar große Englische Garten. Sanfte Hügel, weite Wiesen, Teiche, dazwischen scheinbar wahllos Brunnen, Stelen, Denkmale, Brücken. Schließlich steht auf einem kleinen Hügel die Kapelle, in der früher die Mitglieder der Herzogsfamilie Sachsen-Meiningen zur letzten Ruhe gebettet wurden. Der schönste Blick bietet sich von der Lindenallee zum Eisteich hinunter. Dort stehen künstliche geschaffene Ruinen. Auf dem Teich eine Insel, gesäumt von Pyramidenpappeln.

Nahebei steht das Meininger Theater. Jeden Sommer verlassen die Schauspieler die Bühne, zeigen ihre Kunst im Englischen Garten, nutzen dabei die Harmonie der Anlage, ihre gekonnten Blickschneisen zwischen den Bäumen und Büschen.

750 Bäume - teils heute seltene Arten

Der Meininger Garten ist einer der ältesten innerstädtischen Landschaftsparks nach englischem Muster in Deutschland. Nach dem Vorbild des Wörlitzer Parks wurde er 1782 angelegt, damals noch außerhalb der Stadt, an Meiningens nördlichem Rand. Heute ist das zwölf Hektar große Areal freilich von der Stadt umschlossen, bildet der Park die Mitte der einstigen Residenzstadt.

Sanft geschwungene Kieswege durchziehen ihn. Schatten spenden etwa 750 Bäume, darunter Blut- und Hängebuchen, Eichen und eine seltene Einblatt-Esche. All diese Bäume machen den Englischen Garten zu einer „grünen Lunge“ inmitten der betriebsamen Meininger Innenstadt.

Umstritten in der DDR

Zu DDR-Zeiten stieß der Name „Englischer Garten“ auf offizieller Seite auf wenig Gegenliebe – zu westlich, zu feudal die Bezeichnung. Als Goethepark sollte die Anlage fortan bekannt sein, durchaus sinnfällig in der unmittelbaren Nachbarschaft des Theaters. Und schließlich weilte der Geheime Rat und Dichterfürst das ein oder andere Mal in der Südthüringer Residenzstadt. Mit dem Park freilich hatte er wenig zu tun. Seit der Wende gibt es deshalb wieder den Englischen Garten.