Altar der Weißenseer Stadtkirche kriegt Fördergelder vom Bund

Katrin Müller
| Lesedauer: 2 Minuten
Der derzeit verhüllte und nur als Foto zu sehende Altar der Stadtkirche in Weißensee wird nun auch mit Bundesmitteln saniert. Foto: Ina Renke

Der derzeit verhüllte und nur als Foto zu sehende Altar der Stadtkirche in Weißensee wird nun auch mit Bundesmitteln saniert. Foto: Ina Renke

Foto: zgt

Im Bundeshaushalt taucht auch die Weißenseer Stadtkirche St. Peter und Paul auf. Im Sonderprogramm Denkmalschutz sind 130.000 Euro für die Sanierung des Flügelaltars festgeschrieben.

Weißensee. Und er fand, dass die Bundesgelder hier gut angelegt werden. "Ich war total beeindruckt, welche weiteren Kulturgüter von der Bestuhlung bis zu den Bildern an den Wänden in dieser Kirche, die ja nun auch von außen ein attraktives Bild bietet, existieren." Damit böte St. Peter und Paul ein lohnenswertes Ziel für Besucher. "Denn Weißensee hat ja mehr als den Chinesischen Garten", so Lemme. "Und das muss man Touristen auch alles zusammen zeigen."

Der kunsthistorisch bedeutende und mehr als 500 Jahre alte Altar allerdings, auf dem ganz aufmerksame Besucher sogar Maria mit einem Bart entdecken können, zeigt sich momentan Besuchern jedoch nur als Bild. Das Original ist sorgsam in Tücher verpackt. "Rund 200.000 Euro haben wir nach ersten Schätzungen und Untersuchungen für die unbedingt notwendige Restaurierung des Altars eingeplant", so Pfarrer Thomas Zaake. Um diese Summe zusammen zu bekommen, wolle man gerade in der derzeit laufenden Lutherdekade noch weitere Fördermöglichkeiten, etwa von Landesmitteln für die Denkmalpflege oder über die Stiftung Kirchbau, ausloten. Als Eigenmittel setzt die Kirchgemeinde rund 30.000 Euro ein: vom Baulastfonds des Kirchenkreises sowie aus Rücklagen und etlichen Spenden.

Ob man nun mit den bislang "sicheren" 130.000 Euro bereits mit der Sanierung beginnen könne oder erst alle notwendigen Mittel benötige, müsse man noch eroieren. Auf jeden Fall werde die Restauratorin beauftragt, verschiedene Farb- und Probeachsen anzulegen und damit eine ganz genaue Kostenrechnung anzustellen. Während der dann anschließenden Restaurierung wandert der Altar sicher in eine Werkstatt, vermutet der Pfarrer.

Zudem ist die Stadt, die die Kirche laut Nutzungsvertrag für Veranstaltungen übertragen bekam und ihrerseits bereits Sanierungsvorhaben realisierte, auf der Suche nach weiteren Städtebaufördermitteln. "Man kann ja nicht einen restaurierten Altar in einen nicht restaurierten Altar- und Innenraum der Kirche stellen", so Thomas Zaake.

Der Weißenseer Pfarrer hatte übrigens an dem Besuchstag des Bundestagsabgeordneten seinen letzten offiziellen Arbeitstag in der Stadt. Bevor er ab 1. Juli, wie unsere Zeitung schon berichtete, eine Pfarrstelle in Erfurt übernimmt. Die in der Vakanzzeit vom Leubinger Pfarrer Klaus Nicolaus betreute Stelle in Weißensee ist bereits ausgeschrieben. "Und ich hoffe, dass sie recht bald besetzt wird", so Thomas Zaake. "Denn sonst liegt wieder vieles auf den Schultern der Ehrenamtlichen." So wie nun die anstehende Restaurierung des Altars.