Anonyme Morddrohung gegen Linken-Politikerin König

Erfurt/Jena  Gegen die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König aus Jena gibt es eine anonyme Morddrohung.

Linkspolitikerin Katharina Archivfoto: Martin Schutt

Linkspolitikerin Katharina Archivfoto: Martin Schutt

Foto: zgt

Diese soll ihr per Brief zugegangen sein. Darin wird ihr gedroht, dass sie ihren nächsten Geburtstag nicht mehr erleben werde, heißt es beim MDR.

Linken-Fraktions- und Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow bestätigte die Morddrohung gegen König. Es sei inzwischen Anzeige erstattet worden. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes soll ermitteln.

„Katharina König und ihr Wahlkreisbüro stehen regelmäßig im Fokus der Neonazi-Szene“, so Hennig-Wellsow weiter. Im Februar 2015 habe ein Angeklagter nach Angaben der Parteichefin im Verfahren gegen die Ballstädt-Schläger eine Fotomontage verbreitet, in der er der Abgeordneten einen beißenden Kampfhund an den Hals wünschte. Im April 2015 habe ein Saalfelder Rocker, der die Abgeordnete bereits im Landtagswahlkampf mit einer Eisenkette bedroht haben soll, auf Facebook Drohungen gegen König verbreitet.

Noch während der Anreise zum Neonazi-Aufmarsch am vergangenen Samstag in Jena habe der Anmelder beim Internet-Kurznachrichtendienst Twitter Gewaltphantasien geäußert, wonach er sich den Einsatz von Phosphorsäure gegen König wünsche. Das Wahlkreisbüro der Abgeordneten sei nach Angaben von Hennig-Wellsow immer wieder Ziel von Sachbeschädigungen. Ende 2014 habe es vier Attacken binnen sechs Wochen gegeben.

Aber auch gegen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke) gab es zu Anfang des Jahres Morddrohungen sowie gegen den Geraer AfD-Landtagsabgeordneten Stephan Brandner.