Heringen. Mit 53,2 Prozent der abgegebenen Stimmen setzt sich Matthias Marquardt in der Landgemeinde Heringen gegen seinen parteilosen Kontrahenten Mathias Echtermeyer durch.

Ein Genosse steht künftig an der Spitze der Landgemeinde. Matthias Marquardt (Linke) gewinnt die Stichwahl um den hauptamtlichen Bürgermeister-Posten in Heringen. 1009 Menschen stimmen für ihn. Das sind 53,2 Prozent aller Wähler.

Enttäuscht blickt Mathias Echtermeyer (parteilos) auf die 46,8 Prozent und somit 887 Wähler, die sich für ihn entschieden haben. Wenn man sich einer Wahl stelle, müsse man auch mit der Niederlage rechnen, sagt er am Abend. Vorzuwerfen habe er sich nichts, betont der 40-Jährige.

Auffallend sei jedoch Marquardts Dominanz im Stadtgebiet von Heringen. „Da habe ich meine Inhalte wohl nicht platzieren können.“ Doch stolz sei Echtermeyer auf die Windehäuser. In seinem Heimatdorf triumphiert er mit 81,3 Prozent der Stimmen.

Als Ortschaftsbürgermeister spüre er da einen Rückhalt, der ihn ein wenig tröstet und ihm zudem Rückenwind für die nächsten Jahre in der Lokalpolitik gibt. Fair gratuliert er dem Sieger, wünscht ihm „ein glückliches Händchen für die vielen anstehenden Aufgaben“.

Nicht siegessicher, weil Partei „nicht unumstritten“

„Ich freue mich sehr“, ist Matthias Marquardts erster Satz, als er den Wahlsieg am Abend in Worte fassen soll. Dann spricht er von einem „Super-Ergebnis“, das er als einen „Vertrauensvorschuss“ sieht und blickt schon jetzt voller Demut der „Riesen-Aufgabe“ entgegen, die im Heringer Rathaus auf ihn wartet.

Siegessicher sei er nicht gewesen, denn er weiß: Seine Partei ist „nicht unumstritten“. Umso glücklicher sei er, dass er als Mensch bei dieser Personenwahl überzeugen konnte.

Zu den ersten Gratulanten am Abend zählen sein Amtsvorgänger Maik Schröter (CDU) und Andreas Liesegang vom Bürgerbund Goldene Aue. Sowohl Christdemokraten als auch Bürgerbund hatten Echtermeyers Kandidatur unterstützt.

Doch Marquardt schaut nach vorn: „Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit“, sagt der 53-Jährige. „Wir wollen gemeinsam hier etwas bewegen.“

Das vorläufige Endergebnis der Heringer Bürgermeister-Stichwahl besagt, dass 1909 der 3970 Wahlberechtigten abgestimmt haben. Davon sind 1896 gültig. Somit liegt die Wahlbeteiligung bei 48,1 Prozent.

Marquardt hat vor allem in den Wahllokalen von Heringen abgeräumt, kam in der Regelschule auf 74,5 und im Rathaus auf 70,2 Prozent. Bemerkenswert sind auch die 65,6 Prozent in Uthleben, dem Heimatdorf des ursprünglich dritten Bewerbers Frank Steiner. Bei den Briefwählern erzielt Marquardt 61,1 Prozent der Stimmen.