Ausländische Fachkräfte sollen für Thüringer Firmen gewonnen werden

Erfurt.  Künftig ist die Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (Thaff) - eine Tochter der LEG - zentrale Anlaufstelle für die Fachkräftegewinnung im Ausland.

Ein Mann aus Somalia, der als Schweißer ausgebildet wurde, arbeitet in einer Firma an einem Stahlsegment (Symbolfoto).

Ein Mann aus Somalia, der als Schweißer ausgebildet wurde, arbeitet in einer Firma an einem Stahlsegment (Symbolfoto).

Foto: Patrick Pleul / dpa

Ohne gezielte Zuwanderung lassen sich die Fachkräfteengpässe in der Thüringer Wirtschaft nicht beheben. Darin waren sich alle Beteiligten der Veranstaltung gestern in Erfurt einig. „Nicht nur im Pflegebereich und im Gesundheitswesen herrscht in Thüringen ein Fachkräftemangel", sagte Arbeitsministerin Heike Werner (Linke).

Bei der Anwerbung von Personal aus dem Ausland - vor allem aus Staaten außerhalb der Europäischen Union - gelte es aber zahlreiche Hürden zu überwinden. Werner nannte etwa die Beantragung von Visa oder die Anerkennung von Abschlüssen aus den Heimatländern in Thüringen.

Zwar habe der Bund mit einem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Gewinnung von Beschäftigten im Ausland erleichtert, dennoch seien viele Unternehmer damit allein überfordert. Auch die Ausländerbehörden im Freistaat wünschten sich einen zentralen Anlaufpartner. Dieser soll nach einer gestern unterzeichneten Vereinbarung künftig die Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (Thaff) - eine Tochter der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) - sein, freute sich LEG-Geschäftsführerin Sabine Wosche.

In Konkurrenz zu anderen Bundesländern

„Es gibt eine Schnittmenge zwischen Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik", so Migrationsminister Dirk Adams (Grüne). Dabei benötige man ein abgestimmtes und effektives Vorgehen. „Es muss uns gelingen, Menschen in aller Welt für eine Arbeit in Thüringen zu begeistern", ist Adams überzeugt. Die Wirtschaft im Freistaat brauche das dringend.

Infolge der Corona-Pandemie hätten einige Auslandsreisen nicht stattfinden können, räumte Thaff-Chef Andreas Knuhr ein. Viele Aktivitäten habe man digital umgesetzt. „Es fanden Videokonferenzen mit Gesprächspartnern in der Mongolei und Vietnam statt", berichtete Knuhr.

Gerade in Vietnam stehe man im Ringen um eine Fachkräftezuwanderung in Konkurrenz zu anderen Bundesländern. Da werde sehr genau geschaut, was Thüringen unternimmt.

Dabei geht man laut Ministerin Werner sensibel vor, schließlich wolle man die Wirtschaft in anderen Ländern nicht schwächen.