Brandner sorgt für Überraschung: Thüringer AfD-Mann wird Vize der Bundespartei

Gera/Braunschweig.  Er wollte Schriftführer werden, jetzt ist er Parteivize. AfD-Rechtsaußen Stephan Brandner überraschte damit Teile seines eigenen Landesverbandes.

Zwei Wochen nach seiner Abwahl als Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag hat der Thüringer AfD-Mann Stephan Brandner den Sprung in den Vorstand der Bundespartei geschafft.

Zwei Wochen nach seiner Abwahl als Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag hat der Thüringer AfD-Mann Stephan Brandner den Sprung in den Vorstand der Bundespartei geschafft.

Foto: Foto: Julian Stratenschulte / dpa

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Die Überraschung für Teile der eigenen Thüringer Landes-AfD ist aus Sicht von Stephan Brandner gar keine gewesen. Zwei Wochen liegt die Absetzung des AfD-Bundestagsabgeordneten als Vorsitzender des Rechtsausschusses zurück - seit Samstag ist der Geraer Vize der Bundespartei. „Dass ich kandidiere, war seit einigen Wochen klar“, sagt Brandner dieser Zeitung. Eigentlich habe er Schriftführer oder einer der Beisitzer werden sollen.

Noch am Samstag hatte ein Parteisprecher erklärt, dass keine Thüringer Kandidaturen für den Bundesvorstand bekannt seien. Brandner führt das auf ein Kommunikationsproblem zurück.

Zunächst andere Kandidaten vorgesehen

Für den Partei-Vize-Posten waren zunächst andere Kandidaten vorgesehen, die beide ohne Mehrheit blieben. „Dann wurden die Karten neu gemischt“, sagt Brandner, der in neun Minuten Vorstellungszeit sehr viel von dem unterbrachte, was andere seit Jahren an ihm kritisieren - und womit er die Menschen in der eigenen Partei begeistert zurücklässt. Wenn er über die anderen Parteien im Bundestag spricht, schaue er bei deren Fraktionären in „miesepetrige, selbstverliebte, verknöcherte Gesichter“. Seine Abwahl als Rechtsausschussvorsitzender sei Ausdruck dessen, was in Deutschland aus seiner Sicht vorherrsche: „Einmal die Meinung gesagt, schwups ist der Job weg.“ Die Gegendemonstranten zum AfD-Parteitag nennt er in seiner Vorstellungsrede wahlweise „linker Straßenmob“ oder „asoziale Gestalten“.

Höcke: Ergebnisse „aus Thüringer Sicht hervorragend“

Mit Brandner schafft ein enger Vertrauter von Parteirechtsaußen Björn Höcke den Sprung in die Parteispitze. Der Thüringer Landeschef und Mitgründer des „Flügels“ hatte auf eine eigene Kandidatur verzichtet. Höcke nennt die Ergebnisse „aus Thüringer Sicht hervorragend“. Dass Brandner wie auch weiterhin sein Flügel-Vertrauter, der Brandenburger AfD-Chef Andreas Kalbitz, im Bundesvorstand sitzen, bedeutet aus Sicht von Höcke: „Die Landesverbände Thüringen und Brandenburg bleiben somit auch in Zukunft in einer besonders intensiven Zusammenarbeit verbunden.“

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