CDU sieht nach Brandanschlag in Nordhausen neue Bedrohungslage - Staatsschutz ermittelt

dpa
Nachdem ein Brandanschlag auf die am Neuen Rathaus gehisste israelische Fahne verübt wurde, weht diese leicht lädiert am Freitagmittag, 14. Mai 2021, wieder an dem Gebäude am Markt von Nordhausen.

Nachdem ein Brandanschlag auf die am Neuen Rathaus gehisste israelische Fahne verübt wurde, weht diese leicht lädiert am Freitagmittag, 14. Mai 2021, wieder an dem Gebäude am Markt von Nordhausen.

Foto: Marco Kneise

Nordhausen  Mit dem Anschlag in Nordhausen setze sich die Reihe der antisemitischen Straftaten in Thüringen fort, erklärte Innenpolitiker Raymond Walk (CDU). Im vergangenen Jahr seien 116 Fälle und damit ein Viertel mehr als im Jahr zuvor verzeichnet worden.

Die CDU-Fraktion will die versuchte Verbrennung einer Israel-Flagge am Rathaus von Nordhausen zum Thema im Innenausschuss des Landtages machen. Die Sicherheitslage in Thüringen müsse nach diesem Angriff neu bewertet werden, erklärte der CDU-Innenpolitiker Raymond Walk am Samstag.

Unbekannte wollen israelische Flagge in Nordhausen anzünden

Der Vorfall in Nordhausen habe, gerade auch vor dem Hintergrund der leidvollen Geschichte des dortigen früheren Konzentrationslagers Mittelbau-Dora, besondere Symbolkraft. Die Bedrohungslage habe eine neue Stufe erreicht, hieß es.

Drei Unbekannte hatten in der Nacht zum Freitag in Nordhausen versucht, eine Israel-Flagge in Brand zu setzen. Sie blieb heil, beschädigt wurde aber die Fassade des Rathauses. Polizei und Staatsschutz ermitteln.

Mit dem Anschlag in Nordhausen setze sich die Reihe der antisemitischen Straftaten in Thüringen fort, erklärte Walk weiter. Im vergangenen Jahr seien 116 Fälle und damit ein Viertel mehr als im Jahr zuvor verzeichnet worden.

Nach der Eskalation im Gaza-Konflikt war es in den letzten Tagen in ganz Deutschland vermehrt zu anti-israelischen und antisemitischen Vorfällen gekommen.

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